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#MigraineFaces – Meike Hansen: Migräne ist für mich ein Warnsignal

Carol Kacperski
Carol Kacperski

Carol hat Literatur- und Kulturwissenschaften studiert und ein Talent dafür, die Dinge charmant auf den Punkt zu bringen. Bei M-sense liebt sie das posten, sharen und vor allem das Gefühl, etwas Sinnvolles zu bewegen.

Zur Migraine Awareness Week wollen wir gemeinsam mit euch unter dem Hashtag #MigraineFaces darauf aufmerksam machen, wie stark Migräne das Leben einschränkt und wie sehr Betroffene immer noch mit Klischees und Unverständnis zu kämpfen haben.

Viele Migräne-Betroffene fühlen sich unverstanden und nicht ernst genommen. Ob in der Schule belächelt, im Familien- und Freundeskreis missverstanden oder im Job ausgegrenzt, etwa neun Millionen Deutsche, die unter der chronischen Krankheit leiden, kämpfen täglich gegen Vorurteile.

*** Macht mit: Teilt eure Migräne-Geschichten und -Gesichter mit dem Hashtag #MigraineFaces auf Facebook, Instagram oder Twitter - ungeschminkt oder stilisiert, alles ist erwünscht 🤕😎🤮🤠😵👽🤯 ***


So geht es Meike mit ihrer Migräne:

Meike hat im Kampf gegen ihre Migräne, die sie seit fast 30 Jahren belastet, so ziemlich alles ausprobiert. Heute weiß sie, dass die Krankheit wie ein Warnsignal für ihren Körper fungiert und sie sich mehr Ruhe und Pausen gönnen muss. Mit unserer Migräne-App M-sense kann sie nicht nur ihr Triggermanagement im Auge behalten, sondern arbeitet mit Entspannungstechniken wie Progressiver Muskelentspannung nach Jacobson und Atem-Meditation an ihrem inneren Gleichgewicht. Mittlerweile führt die Lübeckerin ein achtsameres Leben und konnte durch das regelmäßige Yoga-Training, das sie ebenfalls in der M-sense App festhalten kann, ihre Migränetage deutlich verringern. Denn Yoga entspannt nicht nur den Geist, sondern hat auch positive Einflüsse auf den Bluthochdruck, die Stoffwechselregulierung und unterstützt bei der Reduktion negativer Auswirkungen von Stress.

Seit wann und wie oft hast du Migräne?

Angefangen hat meine Migräne ca. mit 16 Jahren, also vor 30 Jahren. Damals wurden die Kopfschmerzen aber nicht als eine Migräne diagnostiziert. Im Laufe meines Lebens haben sich die Schmerztage bis auf über 15 pro Monat gesteigert. Mittlerweile bin ich bei 2-4 Migräne-Attacken im Monat angekommen.


Was machst du gegen die Schmerzen?

Ich habe wirklich alles ausprobiert, was man so ausprobieren kann, sogar den Kopfstand, weil meine Yoga-Lehrerin damals sagte, dies soll gegen Kopfschmerzen und Migräne helfen. Den Kopfstand kann ich mittlerweile, aber geholfen hat er nicht.

Dafür habe ich durch Yoga viele Tools kennen gelernt, wie ich rechtzeitig die Migräne wahrnehmen und zum Teil auch gegensteuern kann.

Auch M-sense bietet hier tolle Hilfsmöglichkeiten, zum Beispiel die Entspannungsübungen, die regelmäßig praktiziert unglaublich viel bringen, Attacken vorzubeugen.

Wenn die Migräne erst mal da ist, helfen letztlich nur Triptane bei mir (z. B. Maxalt), Ruhe, wenig Reize von außen, Schlaf. Aktuell bin ich in der Testphase der neuen Migräne-Spritze (Aimovig), die bei mir tatsächlich anschlägt, das heißt, meine Migräne-Tage haben sich noch einmal verringert.


Wie läuft eine Attacke bei dir ab?

Eine Migräne-Attacke ist bei mir eher unspektakulär. Sie beginnt meist einen Tag vorher. An diesem Tag geht es mir so richtig gut, ich habe unglaublich viel Energie, die nicht zu enden scheint. Das ist eigentlich das Trügerische, denn ich power dann meist durch.

Die Schmerzen selbst kommen verzögert, langsam und schleichend am nächsten Tag, an dem ich mich morgens meistens eher schlapp fühle.

Tatsächlich ahne ich bereits, was in meinem Körper los ist, und versuche mit Kaffee mich zu pushen. Erstaunlicherweise habe ich auch enormen Hunger, vor allem auf Süsses.

Dann zieht langsam mein Nacken zu, ich verspanne, die Stirn wird eng, die Augen klein und das Gesicht etwas schief. Und ZACK ist sie da!!! Die Migräne!!! Wie so ein Schatten, der die ganze Zeit bereits da war und sich nicht abschütteln lässt.


Wann hast du dich besonders stigmatisiert gefühlt?

Eigentlich fühle ich mich immer blöd, wenn ich wegen der Migräne irgendetwas nicht machen, Termine oder Zusagen nicht halten kann. Besonders wenn die Migräne dann einsetzt, wenn soziale Aktivitäten anstehen: Geburtstage, Feiertage, Ausflüge. Es wirkt immer wie eine dumme Ausrede zu sagen, "ich kann nicht, ich habe Migräne!". Ich fühle mich schnell in Erklärungsnot.

Oder ständig hört man: "Ach, hast du schon wieder Migräne?", ja, schon wieder, Migräne hat man meist öfters (glücklich können sich die schätzen, die nur alle paar Monate eine Attacke haben).

Allerdings hat vor vielen Jahren ein Kollege mal den Vogel abgeschossen, als er meinte, Migräne sei in seinen Augen letztlich nichts anderes als ein sexueller Orgasmus, der unterdrückt würde und somit in den Kopf schießt. Deshalb hätten auch hauptsächlich Frauen Migräne. Was soll man dazu sagen?


Warum sprichst du über deine Migräne?

Ich bin immer wieder überrascht, wie viele Menschen ihre Schmerzen, sei es Kopfschmerz, Migräne oder auch andere Schmerzen ignorieren oder mit Medikamenten über Jahre hinweg betäuben. Mir ging es mal genauso. Die Migräne war ein Schicksal, ein lästiges Übel. Ich wollte sie loswerden.

Mit dem intelligenten Kopfschmerztagebuch in unserer Migräne-App M-sense können Betroffene ihre Trigger im Auge behalten. Durch klinisch validierte Entspannungsübungen wie Progressive Muskelentspannung nach Jacobson, Atem-Meditation oder Autogenes Training hilft M-sense außerdem, Intensität und Häufigkeit von Attacken zu verringern.

Dabei ist die Migräne, der Schmerz ein Warnsignal des Körpers, dass etwas gerade nicht stimmt, dass Grenzen überschritten wurden und der Körper Ruhe braucht. Das anzuerkennen und mir zu erlauben, nicht alles perfekt machen zu können, nicht perfekt zu sein, Dinge geschehen zu lassen, war ein großer Schritt für mich.

Menschen mit Migräne sind in der Regel unglaublich leistungsstarke Menschen (gewesen) und wären es gerne weiter. Zu akzeptieren, dass ein Umdenken notwendig ist, tut weh. Nicht umdenken und weiter machen wie bisher tut eventuell noch mehr weh.

Mir ist es mittlerweile wichtig, mich zu zeigen, wie ich bin, mit allen Facetten. Da gehören die Tage, in denen ich eingeschränkter bin, genauso dazu wie die besseren, so wie es mich im Büro gibt, auf der Yogamatte, zu Hause, als Mutter, als Freundin, als Frau.

Ich teile meine Geschichte gerne mit Menschen, die vielleicht noch auf der Suche nach Hilfe und Unterstützung sind, oder die jemanden kennen, der unglücklich mit der Erkrankung ist oder die Mut zugesprochen bekommen möchten: dass man auch mit Migräne oder gerade durch Migräne ein sehr achtsames und reich beschenktes Leben führen kann.