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Migräne: Ursachen, Auslöser und Therapie

Migräne ist mehr als Kopfschmerz // Photo by Oscar Keys on Unsplash

Es gibt über 200 Arten von Kopfschmerzen. Unterschieden werden primäre und sekundäre Kopfschmerzen. Bei primären Kopfschmerzen handelt es sich um eine eigenständige Erkrankung, zu denen auch Migräne, Clusterkopfschmerzen oder Spannungskopfschmerzen zählen. Sekundäre Kopfschmerzen zeigen sich als Symptome von anderen Krankheiten, z. B. bei Kopfverletzungen, Infektionskrankheiten oder Gefäßerkrankungen sowie bei einem Übergebrauch von Medikamenten und ähnlichen Substanzen. In diesem Artikel soll es um Migräne gehen. Du findest hier alle Informationen zu Symptomen, zur Häufigkeit von Migräne, ihren verschiedenen Formen, zu ihren Auslösern, Ursachen, zur Diagnostik, Therapiemöglichkeiten und die Antwort auf die Frage, ob Migräne heilbar ist.

Hab ich überhaupt Migräne? - Symptome

Migräne ist gekennzeichnet durch in Episoden auftretende, anfallartige, pulsierende und halbseitige Kopfschmerzen, die -anders als bei den Spannungskopfschmerzen- häufig von weiteren Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Licht- oder Geräuschempfindlichkeit begleitet werden. Migräne ist also nicht, wie häufig angenommen, nur Schmerz allein, sondern eine komplexe, neurologische Erkankung wie beispielsweise Epilepsie. Leidet man unter Migräne mit Aura geht der Attacke eine Begleiterscheinung, die sogenannte Aura voraus, die sich durch Sehstörungen, Taubheitsgefühlen oder anderen neurologische Wahrnehmungsstörungen äußern kann.

Der Begriff "Migräne" kommt übrigens aus dem Altgriechischen (hēmikranía) und setzt sich aus »hemi« (halb) und »cranion« (Kopf) zusammen und beschreibt diesen migränetypischen halbseitigen Kopfschmerz.


Frau vor Wand
Spannungskopfschmerzen: Ursachen, Symptome & Therapien


Häufigkeit

Rund 10 Prozent der Weltbevölkerung leidet unter Migräne, das sind circa 758 Millionen Menschen. 1,7 bis 4 % davon haben an mehr als 15 Tagen im Monat einen Migräneanfall. In Deutschland sind es ca. 10 bis 30 % der Bevölkerung, welche von den wiederkehrenden Kopfschmerzen betroffen sind. Darunter etwa 15 %, die unter der speziellen Form der Migräne mit Aura leiden. Frauen sind ungefähr dreimal häufiger von Migräne betroffen als Männer.

Migräneformen

Episodische Migräne vs. Chronische Migräne

Man spricht von einer chronischen Migräne, wenn in mindestens drei aufeinanderfolgenden Monaten an jeweils 15 oder mehr Tagen Kopfschmerzen auftreten. An mehr als sieben Tagen davon müssen migräneartige Kopfschmerzen vorliegen. Wichtig bei der Diagnose des Krankheitsbildes der chronischen Migräne ist der Ausschluss von einem Medikamentenübergebrauch sowie anderen Kopfschmerz-auslösenden Erkrankungen. Episodische Migräne tritt dagegen in größeren Abständen auf.

Sonderformen von Migräne

Es gibt jedoch auch Sonderformen der Migräne. Dazu zählt die Aura ohne Kopfschmerz, die Migräne mit verlängerter Aura, die retinale Migräne, die ophtalmoplegische Migräne, die Migräne vom Basilaristyp und die familiäre und sporadische hemiplegische Migräne.

Bei einer Migräneaura ohne Kopfschmerzen haben Betroffene Symptome einer typischen Aura, denen jedoch kein Migränekopfschmerz folgt. Wenn Aurasymptome länger als eine Woche anhalten, spricht man von einer Migräne mit verlängerter Aura.

Die retinale Migräne beschreibt eine Migräneform, bei der einseitige Sehstörungen zum Beispiel in Form von einseitigen Sehflecken, Flimmern oder sogar kurzzeitiger Blindheit des betroffenen Auges auftreten können. Plötzliche auftretende Doppelbilder oder das Hängen eines Augenlids in der Vorbotenphase kennzeichnet die ophthalmoplegische Migräne aus. Die Basilarismigräne wird neben den beidseitig empfundenen Migränekopfschmerzen von starkem Schwindel, Ohrgeräuschen oder Sprach- und Bewusstseinsstörungen begleitet. Eine weitere Sonderform stellt die familiäre und sporadische hemiplegische Migräne dar, welche sich als Migräne mit Aura und motorischer Schwäche zeigt und bei einem Verwandten ersten oder zweiten Grades ebenfalls auftauchen muss.


Die Phasen und Dauer einer Migräneattacke

Ein durchschnittlicher Migräne-Anfall dauert meist 4 bis 72 Stunden und lässt sich in verschiedene Phasen einteilen. Die klassische Migräne mit Aura kennzeichnet sich durch vier Phasen, die einfache Migräne ohne Aura durchläuft drei Phasen.

Vorbotenphase

In der Vorbotenphase auch Prodromalphase genannt, kündigt sich die kommende Attacke bereits ein paar Tage zuvor durch sogenannte "Vorboten" an. Dies ist bei ca. 30% der Betroffenen der Fall. Solche Vorboten können unter anderem Stimmungsschwankungen, Nackenbeschwerden und Lichtempfindlichkeit sein. Außerdem sind Heißhunger, ein ausgeprägtes Kältegefühl, innere Unruhe, Lärmempfindlichkeit sowie Probleme, die Augen zu fokussieren ebenfalls mögliche Symptome, die darauf hindeuten, dass eine Migräneattacke bevorsteht. Intensives Gähnen ist das häufigste Symptom der Vorbotenphase und gilt als sehr zuverlässige Vorhersage.

Die Kipppunkttheorie beschreibt den Übergang von der schmerzfreien Zeit in die Kopfschmerzphase und betont den Unterschied von Vorboten und Auslösern. Vorboten gelten als innere Störungen (wie z.B. die oben genannte Lichtempfindlichkeit) und Auslöser als äußere Störungen (wie z.B. gleißendes Sonnenlicht). Kurz bevor das Gehirn in die Schmerzphase der Migräne „kippt“, durchläuft der Körper einen Prozess, der geprägt ist von physiologischen, hormonellen und emotionalen Veränderungen.

Aura

Wer unter Migräne ohne Aura leidet, kennt diese Phase nicht. Betroffene mit einer Migräne mit Aura haben in dieser Phase eine Aura, das sind zusätzlich auftretende Sinnesstörungen und andere neurologische Ausfälle, bevor der eigentliche Kopfschmerz einsetzt. Dies können Sehstörungen und Lichterscheinungen wie Zickzacklinien, Lichtblitze oder Flimmern sein, aber auch Schwindel, Sprachstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten, Taubheitsgefühle oder Missempfindungen. Diese sich langsam ausbreitenden und meist steigernden Symptome klingen im typischen Fall nach 20 bis 30 Minuten wieder ab. Nach den Auraerscheinungen setzt üblicherweise der Kopfschmerz ein, dieser kann überlappend oder auch zeitlich etwas verzögert auftreten. Bei einer Sonderform der Migräne, der Migräneaura ohne Kopfschmerzen, kann der Schmerz nach der Aura aber auch ganz ausbleiben.

Schmerzphase

Die Schmerzphase kennzeichnet sich durch mittlere oder starke einseitige Kopfschmerzen. Diese haben häufig einen pulsierenden, pochenden oder stechenden Charakter und sind häufig in der Schläfenregion lokalisiert, können aber auch an allen anderen Orten des Kopfes auftreten. Dazu kommen oft auch weitere Symptome wie Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, das teilweise Stillstehen der Stoffwechselvorgänge, aber auch Licht-, Geräusch- oder Geruchsempfindlichkeit. Körperliche Bewegung verstärkt typischerweise den Schmerz, weshalb sich viele Migränepatienten in einen dunklen, ruhigen Raum zurückziehen. Die Schmerzen treten nicht immer an der gleichen Seite auf, sie können die Kopfseite von Attacke zu Attacke wechseln. Bei jedem vierten Migräniker tritt der Migräneschmerz in den frühen Morgenstunden auf.

Rückbildungsphase

In der Rückbildungsphase folgt aus Erschöpfung häufig eine Schlafphase, mit der der Anfall abklingt und die Schmerzen nachlassen. Manchmal treten auch die entgegengesetzten Symptome der Vorbotenphase auf. Manche fühlen sich besonders euphorisch, lebendig und frei, bei anderen überwiegt jedoch das Bedürfnis nach Ruhe und Schlaf. Auch Appetitlosigkeit und Schmerzempfindlichkeit sind einige Stunden oder auch noch Tage danach nicht ungewöhnlich.

Migränekomplikationen

Status migraenosus

Wenn die Migräne vom Anfall in einen Dauerzustand übergeht, nennt man dies Status migraenosus. Dies ist der Fall, wenn ein Migräneanfall länger als 72 Stunden andauert, oder ein neuer beginnt, eher der vorhergehende völlig abgeklungen ist. Diesem Status kann auch ein Missbrauch von Migränemedikamenten und Schmerzmitteln vorausgegangen sein.

Persistierende Aura ohne Hirninfarkt

Von einer persistierenden Aura spricht man, wenn Aurasymptome länger als eine Woche anhalten, ohne einen radiologischen Hinweis auf einen Hirninfarkt. Diese Migränekomplikation hält über Monate bis Jahre an, tritt aber generell eher selten auf.

Was löst Migräne aus? - Auslöser / Trigger

Es gibt einige innere und äußere Einflussfaktoren, die eine Attacke begünstigen können, jedoch nicht ursächlich für sie verantwortlich sind. Folgende Auslöser bzw. Triggerfaktoren können eine Migräneattacke „anstoßen“: Stress, bestimmte Medikamente, körperliche Beschwerden oder Verspannungen, Umweltreize, wie Wetterumschwünge und Klimawechsel, hormonelle Veränderungen, ein ungünstiger Ernährungsstil (z.B. bei unregelmäßigen Mahlzeiten und einer daraus resultierenden

Jeder Dritte hat mindestens einmal pro Monat Spannungskopfschmerzen, zwölf Prozent der Deutschen leiden an Migräne. Viele Betroffene fühlen sich den schmerzhaften Attacken hilflos ausgeliefert und wissen oft nicht, dass es neben Medikamenten auch andere, sehr effektive
Behandlungsmethoden gibt. Mit unserer Kopfschmerz- & Migräne-App M-sense wollen wir dazu beitragen, die eigene Krankheit besser zu verstehen und individuell wirksame Behandlungsmethoden zu finden.

Schwankung im Blutzuckerspiegel, kohlenhydratarme Kost, Alkohol, Histamin und Tyramin), schwankender Koffein-Konsum oder Flüssigkeitsmangel, Überanstrengung oder Erschöpfung oder ein veränderter Schlaf-Wach-Rhythmus. Die möglichen Trigger sind sehr individuell bzw. bei jedem verschieden ausgeprägt. Um die persönlichen Auslöser herauszufinden, sollte man ein Kopfschmerztagebuch führen – mit Stift und Papier oder auch digital wie zum Beispiel mit der Kopfschmerz- und Migräne-App M-sense.

Wie erkenne ich, ob ich Migräne habe? - Diagnostik

Viele Menschen leiden an verschiedenen Kopfschmerzformen gleichzeitig. Ob die diagnostischen Kriterien einer Migräne beim jeweiligen Patienten erfüllt werden, kann der Neurologe mithilfe eines Kopfschmerzfragebogens und Kopfschmerzkalenders herausfinden. Dabei hilft auch die Kopfschmerz- & Migräne-App M-sense, denn sie beeinhaltet einen ausführlichen Kopfschmerzkalender, der bei Bedarf automatisch als Arztreport an den Arzt weitergeleitet werden kann. Hat man also täglich den Kopfschmerzkalender geführt, kann der Arzt schneller erkennen, um welche Form des Kopfschmerzes es sich handelt. Denn je nach Diagnose und Form der Kopfschmerzen unterscheidet sich die jeweilige Behandlung und Therapie maßgeblich voneinander.


Ansicht der Kopfschmerz- & Migräne-App M-sense
Das Kopfschmerztagebuch: Therapie durch Selbstbeobachtung bei Migräne

Warum habe ich Migräne? - Ursachen einer neurologischen Erkrankung

Nach dem heutigen Stand der Migräneforschung ist die Ursache für die Erkrankung an Migräne noch ungeklärt. Jedoch ist Ursachenforschung besonders entscheidend, wenn es um das Entwickeln einer individuellen und angepassten Therapie für den Patienten geht. Folgende Theorien zu den Ursachen von Migräne gibt es:

Reizverarbeitungsstörung

Als mögliche Ursache von Migräne wird eine angeborene Reizverarbeitungsstörung von Medizinern diskutiert. Dabei steht das Gehirn ständig unter Hochspannung und reagiert besonders sensibel auf bestimmte Reize.

Erbliche Veranlagung

Eine weitere mögliche Ursache könnte die erbliche Veranlagung sein. Bei bestimmten Formen der Migräne, wie zum Beispiel der hemiplegischen Migräne (eine Variante der Migräne mit einer Halbseitenlähmung als Aura) oder der CADASIL Erkrankung (eine Störung der Blutgefäße im Gehirn) wurde ein Gendefekt auf dem 19. Chromosomenpaar gefunden.

Durchblutungsstörung

Auch eine spontane Durchblutungsstörung im Gehirn gilt vor allem als mögliche Theorie bei der Entstehung von Migräne mit Aura. Diese Theorie geht davon aus, dass äußere Faktoren zu einer kurzfristigen Verengung der Blutgefäße im Gehirn und der Gehirnhaut führen. Die darauffolgende Gefäßerweiterung und erhöhte Durchblutung wird als Migränekopfschmerz wahrgenommen.

Neurogene Entzündungen / Erhöhte Nervenaktivität

Eine weitere mögliche Ursache sind neurogene Entzündungen im Gehirn. Die Überaktivität von Nervenzellen in der Großhirnrinde führt zu einer Ausschüttung von Noxen (Schadstoffen) die in die schmerzempfindlichen Hirnhäute gelangen können. So entsteht eine schmerzhafte Entzündung.

Was kann man gegen Migräne tun? - Maßnahmen und Behandlung

Bei der Therapie von Migräne unterscheidet man die vorbeugende Behandlung von Migräneattacken mittels Triggermanagement, Prophylaxe-Medikamenten (wie z.B. Betablocker oder Antidepressiva) oder/und nicht medikamentösen Maßnahmen wie z.B. regelmässiger Ausdauersport und Entspannungsübungen sowie die Behandlung der akuten Attacken durch Akutmedikation bzw. Schmerzmedikamente.

Vorbeugung/Prophylaxe

Ganz besonders wichtig bei der Vorbeugung von Migräne ist ein geregelter Tagesablauf, denn plötzliche Veränderungen den Tagesrhythmus sowohl die Mahlzeiten, den Schlaf, als auch der An- und Entspannung betreffend, können einen Anfall begünstigen.

Besonders hilfreich sind daher auch Entspannungsmethoden und Techniken zur Stressreduktion wie die Progressive Muskelentspannung, das Autogene Training, Meditation oder Atemübungen. Erfolge können sich jedoch bei solchen alternativen Behandlungsmethoden nur dann einstellen, wenn die Übungen regelmäßig ausgeführt werden. Außerdem sollte man in anfallsfreien Zeiten seine Ausdauer stärken und einen geeigneten Sport finden, den man gerne ausübt. Viele dieser Maßnahmen werden übrigens auch in der Active-Version der Migräne-App M-Sense angeboten.

Mit M-sense Active bieten wir sowohl im Bereich der Prophylaxe als auch für die Akut-Hilfe eine fundierte Therapiebegleitung an.

Es gibt auch eine Reihe von medikamentösen Prophylaxen, die die Häufigkeit, Dauer und Intensität der Attacken reduzieren können. Empfohlen wird eine medikamentöse vorbeugende Behandlung, wenn der Patient an mehr als 10 Tagen im Monat Schmerz- oder Migränemittel einnehmen muss, oder diese nur schlecht bis gar nicht wirken. Eine Prophylaxe kann auch dann sinnvoll sein, wenn die Lebensqualität des Betroffenen durch die Migräne so stark eingeschränkt ist, dass sie durch die Anfälle häufig krankgeschrieben werden oder ihren sonstigen Tätigkeiten nicht mehr nachgehen können.

Behandlung eines akuten Anfalls

Im akuten Anfall können nichtmedikamentöse Maßnahmen, wie Hinlegen, Ruhe und Abdunkelung des Raumes sowie Kühlmaßnahmen oder Entspannungs- oder Imaginationsübungen, wie unter der Akuthilfe im Pro-Modul Active der Migräne-App M-sense angeboten, helfen. Ist der Migräneanfall jedoch zu stark können diverse Akutmedikamente Abhilfe schaffen. Dazu zählen neben Medikamenten gegen die Übelkeit und Schmerzmedikamenten auch spezifische Migränemittel, wie die Triptane. Diese blockieren die Freisetzung von Nervenbotenstoffen, die zur lokalen neurogenen Entzündung an den Blutgefäßen im Gehirn führen kann. Außerdem normalisieren Triptane die erhöhte Nervenaktivität in verschiedenen Gehirnzentren und verengen erweiterte Gefäße. Triptane haben gegenüber anderen Schmerzmitteln den Vorteil, dass sie gezielt und selektiv an den Schaltstellen im Gehirn wirken, die bei einer Migräneattacke beteiligt sind und somit auch Begleitsymptome wie Übelkeit, Schwindel, Geräusch- und Lichtempfindlichkeit bekämpfen.

Da es jedoch bei zu häufigem Medikamentengebrauch zu einem Medikamenten-Übergebrauchs-Kopfschmerz (MÜK) kommen kann, ist es wichtig, die sogenannte 10/20 Regel einzuhalten. Diese Regel besagt, dass Kopfschmerzmedikamente an weniger als 10 Tagen im Monat eingenommen werden dürfen und mindestens 20 Tage im Monat komplett frei von der Einnahme von Akutschmerzmitteln oder spezifischen Migränemitteln sein müssen. Um hier den Überblick zu behalten, hilft auch wiederrum das Führen eines Kopfschmerztagebuchs. In der Migräne-App M-Sense kannst Du beispielsweise eintragen, wann du welche Medikamente genommen hast. Bei einem erneuten Migräne-Anfall kannst Du dann einen Medi-Check durchführen und die App verrät Dir, ob du diesen Monat noch Schmerzmedikamente nehmen solltest, oder nicht. Äusserst praktisch!


Ansichten der Kopfschmerz- & Migräne-App M-sense
Ansichten der Kopfschmerz- & Migräne-App M-sense

Ist Migräne heilbar?

Migräne steht im Verdacht nicht heilbar zu sein, aber dennoch darf man als Migräne-Patient optimistisch bleiben. Erstens gibt es diverse Möglichkeiten, die Anfallshäufigkeit und - intensivität zu minimieren. Dazu gehören neben den schulmedizinischen Maßnahmen sicherlich auch diverse Hausmittel und nichtmedikamentöse Behandlungen wie das Führen eines Kopfschmerztagebuchs, regelmässiger Ausdauersport, Entspannungsübungen oder Triggermanagement. Zweitens gibt es immer wieder neue Entwicklungen und neue Medikamente in der Migränetherapie (wie z.B. aktuell die CGRP-Antikörper) und wird es in Zukunft auch weitere geben wie beispielsweise die Ditane und Gepants, die in den nächsten Jahren auf den Markt kommen werden. Und drittens gibt es tatsächlich immer wieder Berichte von Menschen, die erzählen, dass sie mal unter Migräne litten und jetzt schon seit Jahren keinen einzigen Anfall mehr hatten . Klar, kann man sich fragen, ob diese Personen wirklich Migräne hatten aber es gibt so viele Betroffene, die gute und schlechte Phasen in ihrer Migränegeschichte vorweisen, dass ich das nicht bezweifeln möchte. Definitiv kann man die Anfallshäufigkeit und -intensivität reduzieren und das alleine ist ja schon Anlass zu Hoffnung und Freude, wie ich finde.

Fazit

Migräne ist eine komplexe neurologische Kopfschmerzerkrankung, an der circa 10% der Weltbevölkerung leidet. Neben starken, halbseitigen, pulsierenden Kopfschmerzen kann sie eine Vielzahl weiterer Symptome, wie Übelkeit, Erbrechen, Sehsstörungen oder Schwindel aufweisen. Man unterscheidet verschiedene Formen von Migräne, wie z.B. eine chronische oder episodische aber auch Migräne mit Aura oder Migräne ohne Kopfschmerzen. Eine Migräneattacke durchläuft verschiedene Phasen und kann auch zu Komplikationen führen. Es gibt viele verschiedene Auslöser von Migräne, wie z.B. Hormonschwankungen, Stress, Wetterwechsel, Alkohol oder Blutzuckerschwankungen und der Alltag eines Migräne-Betroffenen ist häufig sehr stark eingeschränkt. Diagnostiziert wird Migräne am besten durch eine klare Beschreibung der Symptome - daher ist das Führen eines Kopfschmerzkalenders sinnvoll. Die Ursachen von Migräne sind weiterhin ungeklärt: es gibt verschiedene Theorien und daher auch verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Grob unterscheidet man die Behandlung einer akuten Migräneattacke von der vorbeugenden Behandlung von Migräneanfällen wie z.B. durch die Einnahme von Prophylaxemedikamenten oder durch regelmässige Entspannungs- oder Ausdauersportübungen. Migräne steht zwar im Verdacht nicht heilbar zu sein, jedoch kann durch verschiedene Maßnahmen eine Reduktion der Anfallshäufigkeit und -intensivität erreicht werden.

Dr. rer. nat. Markus A. Dahlem
Dr. rer. nat. Markus A. Dahlem

Dr. Markus Dahlem forscht seit mehr als 25 Jahren über die Entstehung der Migräne. Als Physiker interessiert ihn grundsätzlich, ob mathematische Berechnungen etwas zum Grundverständnis von Erkrankungen beitragen können.

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