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#MigraineFaces - Mona Kattwinkel: Ich sehe einen zickzackförmigen Halbkreis

Mona leidet seit ihrer Kindheit unter ihrer Migräne.

Johannes Windolph
Johannes Windolph

Johannes ist Fotograf, visueller Denker und Teil des Marketing-Teams bei M-sense. Selbst von Migräne betroffen, sucht er abseits gängiger Klischees nach neuen Perspektiven und spannende Geschichten rund um den Kopfschmerz.

Zur Migraine Awareness Week wollen wir gemeinsam mit euch unter dem Hashtag #MigraineFaces darauf aufmerksam machen, wie stark Migräne das Leben einschränkt und wie sehr Betroffene immer noch mit Klischees und Unverständnis zu kämpfen haben.

Viele Migräne-Betroffene fühlen sich unverstanden und nicht ernst genommen. Ob in der Schule belächelt, im Familien- und Freundeskreis missverstanden oder im Job ausgegrenzt, etwa neun Millionen Deutsche, die unter der chronischen Krankheit leiden, kämpfen täglich gegen Vorurteile.

*** Macht mit: Teilt eure Migräne-Geschichten und -Gesichter mit dem Hashtag #MigraineFaces auf Facebook, Instagram oder Twitter - ungeschminkt oder stilisiert, alles ist erwünscht 🤕😎🤮🤠😵👽🤯 ***


So geht es Mona mit ihrer Migräne:


Seit wann und wie oft hast du Migräne?

Ich habe seit meinem 8. Lebensjahr Migräne, also mittlerweile seit über 15 Jahren. Vor meiner Schwangerschaft hatte ich circa 4-6 Attacken im Monat. Jetzt nach der Stillzeit sind es glücklicherweise nur noch 1-3.


Was machst du gegen die Schmerzen?

Ich nehme hochdosiertes Magnesium, massiere meine Schläfen mit Pfefferminz- und Eukalyptusöl, lege mir einen kalten Waschlappen auf die Stirn und lege mich im dunklen Schlafzimmer ins Bett.


Wie läuft eine Attacke bei dir ab?

Wenn ich eine Migräne mit Aura habe, sehe ich auf einem Auge einen zickzackförmigen Halbkreis, welcher entweder in weiß/blau oder in Feuer-Farben flackert und leuchtet. Die Migräne-Attacke beginnt mit einer verspannten Schulter- und Nackenmuskulatur und dem Gefühl als würde jemand meine Nerven in der Stirngegend wie Kaugummi langziehen.

Danach fängt es an in meinem Kopf einseitig zu pochen, im Rhythmus meines Pulses. Ab diesem Zeitpunkt bin ich dann auch licht- und lärmempfindlich. Desto weiter die Attacke fortgeschritten ist, desto stärker pocht und schmerzt es.

Wenn der Höhepunkt meiner Attacke erreicht ist, wird mir extrem übel und flau im Magen. Häufig muss ich mich dann übergeben, das Würgen verschlimmert den Schmerz ins Unerträgliche, verbessert aber die Übelkeit. Meist schlafe ich dann irgendwann vor Erschöpfung und Kraftlosigkeit ein.



Wann hast du dich besonders stigmatisiert gefühlt?

Es war die erste Uni-Woche. Und ich saß im Hörsaal, als ich merkte, dass sich eine Migräne Attacke anbahnte. Mein Uni-Tag hatte gerade erst angefangen und mich erwarteten noch weitere neue Seminare und spannende Vorlesungen, in denen vor allem in der ersten Sitzung Anwesenheitspflicht bestand. Wer dort unentschuldigt fehlt, verliert sein Anrecht auf einen Platz in der Lehrveranstaltung. Ich quälte mich also durch die Vorlesung und merkte gegen Ende, dass meine Migräne immer schlimmer wurde. Mir wurde langsam übel und es pochte immer stärker in meinem Kopf. Ich sagte meinen Kommilitonen, dass ich aufgrund von Migräne frühzeitig nach Hause fahren musste und schrieb meinen Dozenten noch schnell eine E-Mail, dass ich zu den ersten Seminar-Sitzungen nicht erscheinen könne und bat darum meinen Platz trotzdem freizuhalten.

Die Reaktion meiner Mitstudierenden waren alle ähnlich: "Wegen Kopfschmerzen?" und "Ich habe auch Kopfschmerzen und würde lieber nach Hause fahren, aber ich stelle mich nicht so an."

Ich versuchte diese Kommentare zu ignorieren und fuhr nach Hause. Ein Tag später erhielt ich eine Antwort meines Dozenten, dass leichte Kopfschmerzen wohl kaum eine ausreichende Begründung darstellen, am ersten Termin nicht zu erscheinen und so kurzfristig abzusagen. Ich verlor das Anrecht auf meinen Platz.


Warum sprichst du über deine Migräne?

Ich schreibe als Bloggerin für M-sense und erzähle dort unter anderem von meinen Erfahrungen mit Migräne, über den alltäglichen Umgang mit dieser chronischen Erkrankung, aber auch über Behandlungsmethoden, Ursachen, Symptome, Diagnose und Formen der Migräne.

Mir ist es wichtig Aufklärungsarbeit zu leisten, und ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Migräne mehr als nur Kopfschmerzen sind. Die begleitenden Symptome sind so umfangreich, da stellen die starken einseitigen Kopfschmerzen nur ein Symptom von vielen dar.

Außerdem ist meine Intention zu informieren, Tipps weiterzugeben und anderen Betroffenen zu helfen, besser mit der Erkrankung zu leben.