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Die wichtigsten Auslöser von Migräne & Kopfschmerzen: Was triggert und was schützt?

Es ist individuell sehr verschieden, welche Einflussfaktoren Migräne oder Kopfschmerzen auslösen oder begünstigen können.

Einige Auslöser sind wissenschaftlich belegt, bei anderen vermuten viele Betroffene sie als Übeltäter, die bisherigen Forschungsergebnisse dazu sind aber noch uneindeutig.

Deshalb möchten wir euch die wichtigsten Einflussfaktoren für Migräne und Kopfschmerzen näher vorstellen, und erklären, warum sie relevant sind und ob sie eine Attacke triggern oder davor schützen. All diese Faktoren kann man übrigens auch mit unserer Migräne- und Kopfschmerz-App M-sense tracken kann.

Vorneweg muss festgehalten werden, dass vermeintliche Auslöser nicht unweigerlich zu einer Migräneattacke führen, sondern nur im Zusammenspiel mit weiteren Einflussfaktoren und der persönlichen aktuellen Widerstandsfähigkeit (Resilienz). Diese Resilienz schwankt im Verlauf des Migränezyklus, welcher aus Kopfschmerzen und kopfschmerzfreien Tagen besteht.

Dazu ist es für Betroffene hilfreich, ihren individuellen Migränezyklus aufmerksam zu beobachten, um diese Phase einer niedrigen Resilienz anhand von Vorboten zu erkennen.

MERKE: Du musst also vermutete oder identifizierte Auslöser nicht prinzipiell meiden, sondern nur in der Phase einer niedrigen Resilienz vorsichtig sein, da dort schon der geringste Anlass eine Migräneattacke zur Folge haben kann. Zu anderen Zeitpunkten des Migränezyklus können sie dir dagegen meistens nichts anhaben.

Eine genaue und regelmäßige Dokumentation in Form eines Kopfschmerztagbuchs macht Betroffene zu Expert*innen für ihre eigene Gesundheit. In unserer App M-sense kannst du z.B. alle relevanten Daten bezüglich deiner Schmerzen und schmerzfreien Tage eintragen und nach einigen Wochen lassen sich durch die Analyse möglicherweise Regelmäßigkeiten erkennen.

Manchmal werden Symptome in der Vorbotenphase einer Migräne (schon bis zu 48 Stunden vorher beginnen kann) fälschlicherweise als Auslöser deklariert, obwohl die Migräneattacke sich schon längst anbahnt.

So verschmelzen Symptome und Auslöser gelegentlich miteinander: Man interpretiert grelle Lichtblitze oder das Wetter als Auslöser, obwohl man in der Vorbotenphase seiner Migräneattacke einfach nur extrem lichtempfindlich oder wetterfühlig ist. oder die verzehrte Tafel Schokolade wird als Übeltäter angeklagt, obwohl es das Vorbotensymptom „Heißhungerattacke“ war.

Zusätzlich kommt dann noch die persönliche Erwartungshaltung ins Spiel. Hatte man nach der Konfrontation mit einem bestimmten Einflussfaktor häufiger eine Migräne- oder Kopfschmerzattacke, erwartet man auch in Zukunft, dass die Attacke durch diesen getriggert wird.

MERKE: Allein diese Erwartungshaltung kann schon zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung werden und Migräne zur Folge haben. Experten raten zu Triggermanagement statt übertriebenem Vermeidungsverhalten.

Das Führen eines Kopfschmerztagebuchs kann dir dabei helfen, Zusammenhänge objektiv darzustellen und diese vermeintlich falschen Zusammenhänge aufzudecken, also ob z.B. der veränderte Kaffeekonsum am Wochenende tatsächlich häufiger mit Migräneattacken einhergeht. Im Gegensatz zu den klassischen Kopfschmerztagebüchern aus Papier analysiert und interpretiert M-sense die eingegebenen Daten direkt und kann dir so beim Identifizieren von möglichen Triggern helfen.

Stress – der Dauerbrenner unter den Migräne-Auslösern

Eine der am häufigsten genannten Auslöser für Migräne und Kopfschmerzen ist Stress.

Dabei ist der Alltagsstress eher ausschlaggebend für den Beginn der Schmerzen als einschneidende Lebensereignisse wie Scheidung oder auch der Eintritt in den Ruhestand. Auf eine stressige Situation folgen die Schmerzen meist in den darauffolgenden 1-3 Tagen.




Stress verschleißt das Gehirn bei Migräne. Was dabei genau passiert und wie man dem entgegenwirkt, erfahrt ihr hier!



Oft ist nicht der Stress an sich der entscheidende Einflussfaktor, sondern die Veränderung des Stressniveaus. Professor Richard Lipton vom Albert Einstein College of Medicine in New York und seine Kollegen fanden heraus, dass Migräne bei ihren Probanden eher in Entspannungsphasen auftrat, wenn der Stress nachließ. Deshalb wird diese Art von Migräne auch Wochenend- oder Feierabend-Migräne genannt. Interessanterweise sind Männer häufiger von dieser Migräneart betroffen als Frauen. Umgekehrt kann ein unerwartetes stressiges Ereignis in einer Erholungsphase ebenfalls eine Migräne auslösen.

Mit M-sense kannst du stressige Tage und damit einhergehende veränderte Gewohnheiten wie kürzerer oder schlechterer Schlaf, unregelmäßigere Essenszeiten oder höherer Zigarettenkonsum ganz einfach täglich tracken, um dann zu schauen, wie du den Stress im Alltag verringern und einen gesunden Lebensstil aufrechterhalten kannst.

TIPP: Vorbeugende Entspannungsmethoden wie die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson können dabei helfen, die Unterschiede im Stressniveau zu verringern und können ganz einfach mithilfe von M-sense Active, dem Pro-Modul unserer Migräne- und Kopfschmerz-App erlernt werden.

Menstruation und Migräne – als wäre Frau nicht schon genug bedient...

An die Frauen unter euch: Ist euch schon einmal aufgefallen, dass eure Migräne öfter mit der Periode zusammenfällt?

Zwischen dem Menstruationszyklus und dem Auftreten von Migräne besteht in der Tat ein wissenschaftlich belegter Zusammenhang. In einer norwegischen Studie im jahr 2013 trat bei 7,6 % aller Frauen und bei 22 % der Migränikerinnen bei mindestens 50 % ihrer Menstruationszkylen Migräne auf 1.

Einige Studien belegen, dass ein absinkender Östrogenspiegel Migräne-Attacken begünstigt.

In einer Untersuchung von MacGregor et al. (2006) hatten die Probandinnen in der Zyklusphase mit einem niedrigeren Östrogenspiegel signifikant mehr Attacken. Um den Eisprung hingegen, wenn der Östrogenspiegel höher ist, gibt es oft weniger Attacken als an den restlichen Tagen des Zyklus 2.

Es wird unterschieden zwischen einer reinen menstruellen Migräne (5-10 % der Migränikerinnen), bei der die Attacken in mindestens zwei Drittel der Menstruationszyklen ausschließlich kurz vor oder nach der Regelblutung auftreten, und der menstruationsassoziierten Migräne. Bei dieser Form fallen die Migräneanfälle zwar gehäuft mit den Tagen rund um die Menstruation zusammen, zusätzlich aber auch in anderen Zyklusphasen.

M-sense kann mithilfe der eingetragenen Daten zur Menstruation analysieren, wie deine Migräne mit deiner Periode zusammenhängt.

Migräne-Wetter: Gefürchtet, aber unschuldig verurteilt?

Viele Betroffene nennen das Wetter, bzw. Wetterumschwünge als Auslöser für ihre Migräne- oder Kopfschmerz-Attacken. Laut Studien hat das Wetter aber lediglich bei jedem zehnten bis zwanzigsten Betroffenen einen tatsächlichen Einfluss auf die Attacken.

Diese Studien, in denen die Auswirkungen von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftdruck auf die Häufigkeit von Migräne untersucht wurden, sind allerdings nicht eindeutig.

Einzelne Studien fanden Zusammenhänge mit starken Temperaturwechseln von über 5 °C, hoher Luftfeuchtigkeit oder einem Abfall oder Anstieg des Luftdrucks. In vielen anderen bestätigten sich die persönliche Wahrnehmung der Betroffenen nicht in den objektiven Daten.




10 Tipps bei wetterbedingter Migräne!



In einer Studie der Universitätsklinik für Neurologie in Wien wurde lediglich ein geringer Zusammenhang zwischen dem Vorkommen eines Hochdruckgebiets und dem Auftreten von Migräne oder Kopfschmerzen gefunden, jedoch ließ sich für keinen der anderen erfassten Wetterparameter ein signifikanter Zusammenhang finden. Außerdem bestand kein Zusammenhang zwischen der subjektiven Wetterwahrnehmung der Studienteilnehmer und dem Auftreten und Anhalten der Schmerzen 3.


Vor einer Migräne- oder Kopfschmerzattacke reagieren viele aber besonders sensibel auf Temperaturschwankungen, nehmen kleinste Unterschiede also stärker wahr als an anderen Tagen. In dem Fall wäre diese Wetterfühligkeit eher ein Vorbote der anstehenden Attacke, als deren Auslöser.

Migräne durch zu viel oder zu wenig Schlaf?

Die richtige Menge Schlaf zu finden, ist oftmals gar nicht so einfach – aber besonders für Migränebetroffene kann das sehr wichtig sein: Migräne kann sowohl von zu wenig als auch von zu viel Schlaf ausgelöst werden.

Es gibt die Hypothese, dass Kopfschmerzattacken ein körpereigener Mechanismus zum Regulieren des Schlaf-Wach-Rhythmus sind. Schlafen Betroffene zu wenig, zwingt sie die Attacke, sich im Bett auszuruhen, und schlafen sie zu viel, werden sie verfrüht durch die Migräne geweckt oder von den starken Schmerzen in der nächsten Nacht wachgehalten.

Aber bei wie vielen der Betroffenen hat die Schlafdauer und Schlafqualität nun einen Einfluss? Über mehrere Studien hinweg geben geben 31-74 % der Migräniker und bis zu 71 % der Befragten mit Spannungskopfschmerzen Schlafmangel als Auslöser an. „Spätes Aufstehen“ gaben ein Viertel der Migräne- und Kopfschmerzbetroffenen als Auslöser an 4. „Müdigkeit und Schlafprobleme“ wurden ebenfalls von einer großen Mehrheit genannt 5.

Es gibt Studien, die berichten, dass Schlafstörungen bei 31-52 % der Betroffenen Migräne hervorruft. Einige andere sagen, es sei noch nicht abschließend geklärt, ob die Schlafstörungen tatsächlich Kopfschmerzen auslösen, sie einfach nur zeitgleich auftreten oder sogar aus ihnen resultieren 6.

Auf der anderen Seite hilft Schlaf vielen Betroffenen bei einem Migräneanfall, wenn sie dann trotz der starken Schmerzen endlich eingeschlafen sind.

TIPP: Auf jeden Fall wird empfohlen, die ganze Woche über einen relativ gleichmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus zu haben, da plötzliche Veränderungen im normalen Tagesrhythmus Migräne und Kopfschmerzen bedingen können.

Sport bei Migräne – am besten ausdauernd

Das richtige Maß hängt hier vor allem von der Art deiner Schmerzen ab: Spannungskopfschmerzen werden meist durch Bewegung nicht schlimmer, manchmal hilft sie sogar gegen gerade bestehende Schmerzen.

Migräne verstärkt sich hingegen manchmal schon bei leichter körperlicher Aktivität, sodass viele Betroffene Bewegung oder Sport meiden, selbst an schmerzfreien Tagen. In einer Studie berichteten mehr als die Hälfte der Patienten, bei denen Migräne durch sportliche Aktivität ausgelöst wurde, diese aufgrund dessen aufgegeben zu haben 7.

Dabei empfehlen Experten aber regelmäßigen Ausdauersport wie Schwimmen, Joggen oder Fahrradfahren zum Vorbeugen von Migräne-Attacken.

In einigen Studien waren sportliche Übungen genauso wirksam wie vorbeugende Medikamente – oder ihnen sogar überlegen.

Sehr anstrengende Übungen oder Sportarten mit Wettkampfcharakter sind hingegen mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für Migräne assoziiert, du solltest es also nicht übertreiben.

TIPP:Es ist wichtig, das Training langsam zu steigern und am Anfang einer Einheit mit langsamen Aufwärmübungen zu beginnen sowie genug zu trinken.



Mit Ausdauersport Migräne & Kopfschmerzen bekämpfen? Ja, sagen medizinische Studien!


Energie – leveln bis der Schmerz kommt

Energie spielt oft eine zentrale Rolle bei Migräne und Kopfschmerzen: Einer der möglichen Auslöser für eine Schmerzattacke, vor allem bei Migräne mit einer Aura, ist nämlich die zeitweilige Unterversorgung bestimmter Gehirnregionen mit Energie in Form von Zucker im Blut.
Auch wenn wir mit deinem persönlichen Energiestatus natürlich nicht genau deine Vorgänge im Gehirn verfolgen können, kann das Gefühl eines geringen Energielevels schon ein erster Hinweis auf einen tatsächlichen Energiemangel sein. Am besten beugst du dem mit einer besonders regelmäßigen Energiezufuhr vor.

Unterzuckert – warum Migräniker keine Mahlzeit verpassen sollten

30-75 % der Betroffenen geben Hunger als Kopfschmerzauslöser an.

Unregelmäßige bzw. ausgefallene Mahlzeiten sind aufgrund des daraus folgenden schwankenden Blutzuckerspiegels ein weiterer möglicher Einflussfaktor, der einen Migräneanfall oder Spannungskopfschmerzen auslösen könnte. Fällt der Blutzuckerspiegel nämlich unter den Normalwert, wird das sympathische Nervensystem zur Mobilisierung von gespeicherten Kohlenhydraten aktiviert. Das sympathische Nervensystem ist dafür zuständig, den Körper in hohe Leistungsbereitschaft zu versetzen, ihn auf außergewöhnliche Anstrengungen vorzubereiten und ihn bei der Energiebereitstellung zu unterstützen. Als negativer Nebeneffekt des Ganzen gerät das Nervensystem aber aus dem Gleichgewicht.

TIPP:Deshalb wird Menschen, die zu Kopfschmerzen oder Migräne neigen, empfohlen, regelmäßig kohlenhydratreiche Nahrung zu sich zu nehmen und keine Mahlzeiten ausfallen zu lassen.

Flüssigkeitsmangel: Kopfschmerzen wegtrinken

Unter Betroffenen ist der Flüssigkeitsmangel als möglicher Auslöser schon lange bekannt, wurde aber in der Forschung bisher nur sehr wenig untersucht. In einer der wenigen Studien zu diesem Zusammenhang bestätigten Joseph Norman Blau und Kollegen bei 10 % der befragten Personen Flüssigkeitsmangel als Kopfschmerzauslöser. Zum Glück kann man hier schnell Abhilfe verschaffen: Bei 33 von 34 Betroffenen trat innerhalb von 3 Stunden nach der Zufuhr von im Schnitt 500-750 ml Wasser eine Besserung ein 8.

MERKE: Deshalb lautet die Empfehlung an alle Betroffenen mindestens 2 Liter am Tag zu trinken, um Schmerzen aufgrund von Flüssigkeitsmangel zu verhindern.

Medikamentenübergebrauch als Ursache

Hast du schon mal davon gehört, dass Schmerzmittel Schmerzen auslösen können? Eigentlich paradox oder? Dieses Phänomen nennt man Medikamenten-Übergebrauchs-Kopfschmerz (MÜK) oder auch medikamenteninduzierter Kopfschmerz. Die Gefahr eines MÜK besteht bei einem sehr häufigen Gebrauch von Schmerz- und Migränemedikamenten (mehr als 10 Tage pro Monat in mehr als drei aufeinanderfolgenden Monaten)

Deshalb ist es sehr wichtig, den eigenen Medikamentengebrauch im Überblick zu behalten, z.B. mithilfe des Medikamenten-Trackings von M-sense. Ein MÜK zu diagnostizieren ist relativ schwierig, da man die Diagnose meist erst stellen kann, wenn sich der medikamenteninduzierte Kopfschmerz nach dem Absetzen der Medikamente bessert oder verschwindet. Dann sollte unter ärztlicher Anleitung und Beobachtung eine Einnahmepause eingelegt.

Löst Koffein Migräne aus oder hilft er dagegen?

Wusstest du, dass in manchen Migräne-Medikamenten Koffein enthalten ist? Es verengt die Blutgefäße, die während eines Migräneanfalls erweitert sind und erhöht die Konzentration von Überträgerstoffen wie Serotonin, welches u.a. die Schmerzwahrnehmung beeinflusst.

Viele schwören auch auf Espresso mit Zitrone als Hausmittel bei Kopfschmerzen.

Denn Koffein kann bei Kopfschmerzen helfen, bei einem übermäßigen Konsum kann es aber auch zum Trigger werden. Es gibt Hinweise darauf, dass ein hoher täglicher Koffein-Konsum (> 200 mg/tgl., entspricht 2-3 Tassen Kaffee am Tag) mit einem erhöhten Auftreten von Kopfschmerzen zusammenhängt. Bisher gibt es aber nicht wirklich gesicherte Erkenntnisse zur kopfschmerz- oder migräneauslösenden Wirkung von Koffein.





Kaffee und Migräne – Auslöser oder Schmerzmittel? Das Geheimnis von C8H10N402.



Es lässt sich also nicht pauschal sagen, ob Koffein jetzt gut oder schlecht ist in Bezug auf Migräne und Kopfschmerzen, entscheidend sind eher die Schwankungen im Koffein-Konsum. So sollten Kaffee-Junkies nicht abrupt ihren Konsum einstellen oder am Wochenende weglassen.

Koffeinentzug ist nämlich einer der häufigsten Migräne-Auslöser.

Da sich unser Körper schon nach ca. zwei Wochen an eine hohe Koffeinzufuhr gewöhnt (> 200 mg), kann Kopfschmerz, der an „koffeinfreien“ Tagen auftritt, als Entzugserscheinung angesehen werden. Koffein sollte also regelmäßig und über den Tag verteilt konsumiert werden, um längere Zeit der „Abstinenz “ zu vermeiden, und die Menge von 200 mg/Tag möglichst nicht überschreiten. Wer seinen Koffeinkonsum reduzieren möchte, sollte dies schrittweise über mehrere Wochen verteilt tun.

MERKE: Genau wie bei vielen anderen Auslösern ist es also auch beim Koffein wichtig, eine gewisse Regelmäßigkeit über die Woche hinweg beizubehalten.

Alkohol – Kopfschmerzen jenseits des Katers?

Die Häufigkeit, mit der Betroffene Alkohol als Kopfschmerzauslöser angeben, schwankt stark zwischen weniger als 10 bis mehr als 50 %. Dabei spielt sowohl die Kopfschmerzart, die individuelle Alkoholverträglichkeit, die Tageszeit und die Art des alkoholischen Getränks eine Rolle, d.h. Alkoholkonsum führt nicht unter jeglicher Bedingung und bei jedem Betroffenen zu Kopfschmerzen. Dasselbe Glas Sekt, welches dir am Abend keine Probleme bereitet, kann nachmittags zur Migräneattacke führen. Bei manchen Betroffenen führt auch nicht der Alkohol an sich zu einer Migräne- oder Kopfschmerz-Attacke, sondern die in einigen alkoholischen Getränken enthaltenen Begleitstoffe, wie Aromen Konservierungsstoffe, Sulfite oder Tyramin.

TIPP: Wenn du mehr über diese Begleitstoffe erfahren möchtest, schau doch mal in den Wissensteil unserer App. Dort haben wir viele interessante Infos rund um das Thema Migräne leicht verständlich aufbereitet.

Ob und welches alkoholische Getränk bei dir eine Attacke auslösen kann, hängt vermutlich auch von der Migräne- oder Kopfschmerzart ab. In einer epidemiologischen Studie gaben 28 % der Patienten mit Migräne ohne Aura Bier, Spirituosen und Wein als Auslöser an, aber nur 8 % der Migränebetroffenen mit Aura. Eine andere Studie zeigte, dass Rotwein Migräne bei denjenigen hervorrief, die annahmen, Rotwein sei einer ihrer Auslöser, Wodka mit gleichem Alkoholgehalt provozierte bei ihnen hingegen keine Migräne 9.

Viele Studienteilnehmer hatten weder nach dem Genuss von Rotwein noch von Wodka Beschwerden.

Es lohnt sich also, seine eigenen Hypothesen bezüglich seiner vermeintlichen Auslöser regelmäßig zu überprüfen z.B. mithilfe eines Kopfschmerztagebuchs. Wie oben beschrieben, lassen sich durch das regelmäßige Dokumentieren vielleicht fälschlicherweise angenommene Zusammenhänge, genauso wie bisher unentdeckte Zusammenhänge aufdecken.

Zigaretten weg – Schmerzen weg?

Die Häufigkeit, mit der Rauchen in Studien als Kopfschmerztrigger genannt wird, schwankt zwischen 1 und 61 % 4.

Spanische Forscher fanden einen Zusammenhang zwischen Rauchen und Migräne. Sie konnten zeigen, dass bereits fünf Zigaretten am Tag die Wahrscheinlichkeit für eine Migräneattacke erhöhen 10. Die Trøndelag-Gesundheitsstudie aus Norwegen fand ebenfalls ein leicht erhöhtes Risiko für eine Migräne für Raucher oder diejenigen, die in der Vergangenheit geraucht haben, im Vergleich zu Nicht-Rauchern. Es wurde hingegen kein signifikanter Zusammenhang zwischen Spannungskopfschmerzen und Nikotinkonsum gefunden 11. In einer anderen Studie wurde weder eine signifikante zwischen Migräne und Rauchen noch zwischen Spannungskopfschmerzen und Rauchen gefunden 12.

In einer neuseeländischen Längsschnittstudie war das Risiko für häufige Kopfschmerzen bei Rauchern im Kindes- und Jugendalter, nicht aber im Erwachsenenalter erhöht 13.

Auch wenn der Zusammenhang zwischen Rauchen und Migräne bzw. Spannungskopfschmerzen noch etwas uneindeutig erscheinen mag, ist es aufgrund der vielen bekannten gesundheitlichen Risiken ratsam, das Rauchen aufzugeben.

TIPP: Wenn du mit dem Rauchen aufhören möchtest, aber das Gefühl hast, es nicht allein zu schaffen, frage deinen Arzt nach Medikamenten oder Methoden, die dich bei der Entwöhnung unterstützen können.

Stimmung – ein Vorbotensymptom

In der Vorbotenphase einer Migräne oder während eines Migräneanfalls können verschiedene Symptome auftreten, u.a. auch Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, eine depressive Verstimmung oder Launenhaftigkeit. Deshalb wird in M-sense nach der aktuellen Stimmungslage gefragt, um zu sehen, ob auf Veränderungen in der Stimmung Migräne oder Spannungskopfschmerzen folgen.

So, jetzt weißt du, warum du mit M-sense genau diese Einflussfaktoren tracken kannst. Sei ein Detektiv und komme bisher unentdeckten Zusammenhängen auf die Spur ;).


Quellen:

1 Vetvik, Kjersti G.; Macgregor, E. Anne; Lundqvist, Christofer; Russell, Michael B. (2014): Prevalence of menstrual migraine. A population-based study. In: Cephalalgia : an international journal of headache 34 (4), S. 280–288. DOI: 10.1177/0333102413507637.


2 MacGregor, E. A.; Frith, A.; Ellis, J.; Aspinall, L.; Hackshaw, A. (2006): Incidence of migraine relative to menstrual cycle phases of rising and falling estrogen. In: Neurology 67 (12), S. 2154–2158. DOI: 10.1212/01.wnl.0000233888.18228.19.


3 Zebenholzer, Karin; Rudel, Ernest; Frantal, Sophie; Brannath, Werner; Schmidt, Karin; Wöber-Bingöl, Ciçek; Wöber, Christian (2011): Migraine and weather. A prospective diary-based analysis. In: Cephalalgia : an international journal of headache 31 (4), S. 391–400. DOI: 10.1177/0333102410385580.


4 Holzhammer, J.; Wöber, C. (2006): Nichtalimentäre Triggerfaktoren bei Migräne und Kopfschmerz vom Spannungstyp. In: Schmerz (Berlin, Germany) 20 (3), S. 226–237. DOI: 10.1007/s00482-005-0413-z.


5 Haque, Badrul; Rahman, Kazi Mohibur; Hoque, Azharul; Hasan, A. T. M. Hasibul; Chowdhury, Rajib Nayan; Khan, Sharif Uddin et al. (2012): Precipitating and relieving factors of migraine versus tension type headache. In: BMC neurology 12, S. 82. DOI: 10.1186/1471-2377-12-82.


6 Martin, Vincent T.; Behbehani, Michael M. (2001): TOWARD A RATIONAL UNDERSTANDING OF MIGRAINE TRIGGER FACTORS. In: Medical Clinics of North America 85 (4), S. 911–941. DOI: 10.1016/S0025-7125(05)70351-5.


7 Koppen, Hille; van Veldhoven, Peter L. J. (2013): Migraineurs with exercise-triggered attacks have a distinct migraine. In: The journal of headache and pain 14, S. 99. DOI: 10.1186/1129-2377-14-99.


8 Blau JN, Kell CA, Sperling JM. Water-deprivation headache: a new headache with two variants. Headache. 2004;44(1):79–83.

9 Littlewood, J., Glover, V., Davies, P. T. G., Gibb, C., Sandler, M., & Rose, F. C. (1988). Red wine as a cause of migraine.The Lancet, 331(8585), 558-559.


10 López-Mesonero, L.; Márquez, S.; Parra, P.; Gámez-Leyva, G.; Muñoz, P.; Pascual, Julio (2009): Smoking as a precipitating factor for migraine. A survey in medical students. In: The journal of headache and pain 10 (2), S. 101–103. DOI: 10.1007/s10194-009-0098-2.


11 Hagen, Knut; Åsberg, Anders Nikolai; Stovner, Lars; Linde, Mattias; Zwart, John-Anker; Winsvold, Bendik Slagsvold; Heuch, Ingrid (2018): Lifestyle factors and risk of migraine and tension-type headache. Follow-up data from the Nord-Trøndelag Health Surveys 1995-1997 and 2006-2008. In: Cephalalgia : an international journal of headache 38 (13), S. 1919–1926. DOI: 10.1177/0333102418764888.


12 Rasmussen, Birthe Krogh (1993): Migraine and tension-type headache in a general population. Precipitating factors, female hormones, sleep pattern and relation to lifestyle. In: Pain 53 (1), S. 65–72. DOI: 10.1016/0304-3959(93)90057-V.


13 Waldie, Karen E.; McGee, Rob; Reeder, Anthony I.; Poulton, Richie (2008): Associations between frequent headaches, persistent smoking, and attempts to quit. In: Headache 48 (4), S. 545–552. DOI: 10.1111/j.1526-4610.2007.01037.x.

Dr. rer. nat. Markus A. Dahlem
Dr. rer. nat. Markus A. Dahlem

Dr. Markus Dahlem forscht seit mehr als 25 Jahren über die Entstehung der Migräne. Als Physiker interessiert ihn grundsätzlich, ob mathematische Berechnungen etwas zum Grundverständnis von Erkrankungen beitragen können.

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