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#MigraineFaces: Paula – Jeder erlebt die Migräne anders.

​#MigraineFaces: Paula erzählt von ihrer Migräne

Viele Migräne-Betroffene fühlen sich unverstanden und nicht ernst genommen. Ob in der Schule belächelt, im Familien- und Freundeskreis missverstanden oder im Job ausgegrenzt, etwa neun Millionen Deutsche, die unter der chronischen Krankheit leiden, kämpfen täglich gegen Vorurteile. Deswegen wollen wir aufklären.

Und wer kann eine Krankheit besser erklären als jemand, der sie hat? Wer unter Migräne oder Spannungskopfschmerzen leidet, wird oft selbst zum Experten. Deshalb stellen wir monatlich einer M-sense NutzerIn 5 Fragen.

Hier erzählt uns Paula, wie sie mit ihrer Migräne umgeht.

Macht mit: Teilt eure Migräne-Geschichten und -Gesichter mit dem Hashtag #MigraineFaces auf Facebook, Instagram oder Twitter – ungeschminkt oder stilisiert, alles ist erwünscht.

Wenn du auch mal Fragen zu deinen Kopfschmerzen beantworten willst, schreibe einen Kommentar oder schicke uns eine E-Mail an kontakt@m-sense.de.

Vorname: Paula

Tätigkeit: Lehrerin, Fitness-Trainerin, Ernährungsberaterin

Kopfschmerzart: Migräne, Spannungskopfschmerz

Häufigkeit der Attacken: 3 – 5 x pro Monat

So geht es Paula mit ihrer Migräne:

Wie würdest Du einem Kind erklären, wie sich die Schmerzen anfühlen und wie es Dir geht, wenn eine Attacke Dich überfällt?

Da arbeitet jemand mit einer Schlagbohrmaschine in meinem Kopf und mir ist schwindelig und übel. Außerdem kann ich auf einem Auge nichts sehen.

So habe ich es meinen Kindern erklärt bis sie selbst ihre erste Attacke hatten, dann wussten sie selbst Bescheid.

Wie wirkt sich die Migräne auf deinen Alltag aus?

Jedes Mal wenn ich Migräne habe, habe ich ein schlechtes Gewissen.

Mein Arbeitgeber und die meisten Kollegen wissen, dass ich Migräniker bin. Ich versuche eine beginnende Migräne mit Ibuprofen wegzudrücken, damit ich arbeiten kann. Wenn das gelingt, kann ich zumindest arbeiten, aber meistens kommt sie etwas später doch wieder.

»Den Alltag kann ich mit einer Migräne-Attacke nicht bewältigen.«

Wenn die Tablette nicht hilft, bin ich nicht arbeitsfähig, muss auf dem schnellsten Weg nach Hause, kann nicht Auto fahren, sehe auch auf einem Auge nichts und mir ist speiübel. Oftmals muss ich mich mehrmals übergeben und bin kreislaufmäßig „im Keller“. Irgendwann, wenn der Körper nicht mehr kann, falle ich in einen tiefen Schlaf und bekomme nichts um mich herum mit. Meistens ist der Spuk dann vorbei, wenn ich aufwache. Dann bin ich natürlich ziemlich entkräftet und brauche noch Ruhe.

Ich versuche, so wenig wie möglich in der Arbeit zu fehlen, 1 x im Monat kann ich meistens aber nicht verhindern.

Den Alltag kann ich während einer Migräne-Attacke jedoch nicht bewältigen. Als meine Kinder noch klein waren, war ich während einer Attacke nicht in der Lage sie zu versorgen, ich war dann immer auf Hilfe angewiesen. Damals hatte ich noch 2-3 x pro Woche eine Attacke, was nach einer Akupunktur-Behandlung von 20 Sitzungen dann deutlich weniger und nicht mehr so extrem heftig war, sondern so, wie oben beschrieben.

Was hast du gegen die Krankheit probiert und was hat geholfen?

Verschiedene Migräne-Diäten habe ich ausprobiert. Geholfen hat der Verzicht auf Alkohol, der bewusste Konsum von Zucker – also reduziert und nicht gedankenlos.

Außerdem bin ich Vegetarierin. Die vegane Ernährung habe ich auch probiert, das hat mir aber nicht geholfen.

Auch Ausdauersport hat sich für mich erwiesen: ich mache täglich Nordic Walking im Wald. Am liebsten 90 Minuten. Als ich das hauptberuflich gemacht habe, hatte ich so gut wie keine Migräne – also nur 1-2 mal im Monat (hormonell-bedingt sowie bei Wetterextremen). Ich mache sowieso sehr viel Sport, bin Fitness-Trainerin sowie Entspannungstrainerin.


Ausdauersport wie zum Beispiel Nordic Walking kann Migräne-Attacken vorbeugen
Mehr Info in Lauf deinen Schmerzen davon – mit Ausdauersport gegen Migräne & Kopfschmerzen: Denn regelmäßiges Ausdauertraining macht unempfindlicher gegen Schmerzen. Körperliche Bewegung kann das vegetative Nervensystem wieder ins Gleichgewicht bringen, das im Falle eines Ungleichgewichts maßgeblich an der Auslösung und Schwere der Attacke beteiligt ist.

»Geholfen hat der Verzicht auf Alkohol, der bewusste Konsum von Zucker – also reduziert und nicht gedankenlos!«

Benutzt du eine Migräne-App? Was findest du gut daran? Was nicht so gut?

Ja, ich benutze M-sense täglich. Ich finde die App sehr gut, da ich damit einen guten Überblick über meinen persönlichen Lebenswandel habe und sehr viel schneller sehen kann, woran es liegt, dass sich eine Migräne ankündigt oder schon da ist.

Was ihr verbessern könntet? Ich hätte gerne zu den Mahlzeiten noch eine Spezifizierung hinsichtlich der Zeiten der Mahlzeiten und natürlich, ob das, was man isst, gesund ist. Also eine Abfrage nach Zucker, Fett, Kohlenhydraten wäre sehr wichtig!

Zudem ist es ein großer Unterschied, ob mein Tag um 6 Uhr beginnt, ich um 10 Uhr Müsli frühstücke, dann um 14 Uhr einen Salat esse und um 18 Uhr einen Yoghurt oder ob der Tag erst um 8 Uhr beginnt und ich das Frühstück weglasse, um 12 Uhr einen Müsli-Riegel esse, dann um 15 Uhr Kaffee und Kuchen und am Abend noch eine Pizza oder morgens ein belegtes Brot, zwischendurch nur Kekse und Riegel und abends dann einen Schweinebraten.

»Private Verabredungen habe ich auf ein Minimum reduziert, weil diese zusätzlichen Termine mich stressen.«

Was sind deine persönlichen Auslöser? Wie gehst du mit ihnen um?

Wetter und Stress.

Bisher habe ich gegen Wetter keine Idee.

Bei Stress versuche ich zu entspannen mit progressiver Muskelentspannung. Außerdem versuche ich, mir meine Woche so einzuteilen, dass ich möglichst wenig Stress bekomme. Leider klappt das nicht immer.

Private Verabredungen habe ich auf ein Minimum reduziert, weil diese zusätzlichen Termine mich stressen. Aber ich vermisse die Treffen mit meinen Freunden und Familie, und das stresst auch.

Wie wichtig ist dir der Austausch mit anderen Betroffenen für dich und wo tauschst du dich aus?

Ich verfolge schon mein Leben lang alles rund um das Thema Migräne. Es tut einfach gut zu wissen, dass man nicht alleine ist mit diesem Mist. Meine Mutter hatte Migräne. Ebenso eine meiner Schwestern. Leider auch meine beiden Kinder.


Auf Kinder haben Migräne
Mehr Infos in Migräne bei Kindern – Die wichtigsten Fakten: Bei vielen Migränikern tritt die erste Migräne-Attacke schon im Kindesalter ein. Für Kinder und Jugendliche, die nur beschränkt Kontrolle über ihren Alltag haben, ist Migräne sehr schwierig zu handhaben. Doch auch für die Eltern ist es kein Zuckerschlecken.

Hast du einen Tipp, den du anderen Betroffenen mitteilen willst?

Jede Migräne-Attacke verläuft anders, jeder erlebt die Migräne anders. Mein Tipp ist, die Migräne anzunehmen, sie zu akzeptieren als zugehörig zu einem selbst, und jeden Tag zu genießen, an dem man keine Migräne hat.

Diana Hagenberg
Diana Hagenberg

Diana ist Head of Marketing für M-sense. Sie spinnt Ideen, fährt Kampagnen, analysiert wie es läuft und tummelt sich bei Facebook, Twitter und Instagram.

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