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Migräne und Achtsamkeit

Nach dem Jahreswechsel sind viele von uns voller guter Vorsätze. Es fühlt sich so an, als könne man mit dem Start des neuen Jahres auch einen Neustart für sich selbst wagen. Aber so oft dauert es nur wenige Tage und wir fallen in alte Gewohnheiten zurück.

Warum sind Vorsätze so schwer einzuhalten?

Weil wir nicht achtsam mit uns selbst sind. Die Erwartungen, die wir an uns haben, sind oft viel zu groß, fühlen sich unerreichbar an. Oft erwarten wir auch Dinge von uns, die garnicht aus uns selbst kommen, sondern eher gesellschaftlich schick sind.

„Ich werde mehr Sport machen!“
„Ich werde 5 kg abnehmen!“
„Ich werde mir mehr Mühe geben um meine Karriereziele zu erreichen!“

Wenn du wirklich etwas in deinem Leben verändern möchtest, geht das nur mit Achtsamkeit.

Achtsamkeit hilft dir, wieder in Kontakt mit dir selbst zu kommen und zu spüren, was du wirklich willst. Und wenn du deine Ziele achtsam angehst, wirst du längerfristig etwas in deinem Leben verändern können.


Migräne ist unheilbar
Migräne ist unheilbar? Drei Gründe für Optimismus: Die Ursachen einer Migräne-Erkrankung sind nicht fassbar – und damit unbekannt. Und ohne Ursachen kann es keine ursächliche Therapie geben. Nur in diesem Sinn ist Migräne nicht "heilbar".

Aber was bedeutet jetzt eigentlich Achtsamkeit?

Wikipedia definiert Achtsamkeit so:

»Achtsamkeit (engl. mindfulness) ist ein Moment passiver Geistesgegenwart, in dem ein Mensch hellwach den gegenwärtigen Zustand seiner direkten Umwelt, seines Körpers und seines Gemüts erfährt, ohne von Gedankenströmen, Erinnerungen, Phantasien oder starken Emotionen abgelenkt zu sein, ohne darüber nachzudenken oder diese Wahrnehmung zu bewerten.«

Ich finde diese Definition sehr schön, weil alles Wichtige drin steckt. Es geht um passive Geistesgegenwart. Wenn du achtsam mit dir selbst bist, hat das nichts mit Aktivität zu tun. Du bist einfach nur mit dir, nimmst die Signale deines Körpers und Geistes wahr und kommst so wieder in Kontakt mit dir selbst. Achtsamkeit ist frei von Bewertung. Nur wahrzunehmen was ist, ohne es zu bewerten, es einfach nur sein zu lassen, hilft dir authentisch zu leben und dich von Erwartungen an dich selbst zu lösen.

Und was hat Achtsamkeit mit Migräne zu tun?

Ein großer Teil meines Onlineprogramms für Menschen mit Migräne ist Achtsamkeit. Meine Teilnehmer lernen Schritt für Schritt wieder mit den Signalen ihres Körpers in Kontakt zu kommen und seine Sprache wieder zu verstehen. Genau das ist bei uns – ja, ich habe auch Migräne – nämlich oft das Problem. Wir leben so sehr getrennt von unserem Körper, weil so wahnsinnig viel in unserem Kopf passiert. Alle Eindrücke von außen werden in Höchstgeschwindigkeit in unserem Gehirn verarbeitet. Unser Gehirn arbeitet auf Hochtouren um alle diese Informationen zu filtern, zu bewerten und darauf zu reagieren.

Nachweislich ist es so, dass das Gehirn von Menschen mit Migräne eine höhere Grundanspannung hat als „normale“ Gehirne. Wir sind sozusagen ständig in Hab-Acht-Stellung und viel durchlässiger für alles, was von außen kommt. Dazu kommt noch, das das Gehirn von Menschen mit Migräne schlechter habituiert. Das bedeutet, dass es sich schlechter an wiederholte Reize gewöhnen kann. Die Anspannung bleibt also dauerhaft hoch. Habituation ist ein Schutzmechanismus des Gehirns vor Reizüberflutung, der uns einfach fehlt.

Es geht also wahnsinnig viel vor in unserem Gehirn. Da bleibt kein Raum für den Körper. Die ganz natürliches Signale unseres Körpers werden einfach überhört. Das führt dazu, dass wir uns völlig verausgaben, ausbrennen und so immer wieder in die nächste Attacke rutschen.

Wenn wir wieder Achtsamkeit für unseren Körper und unsere Gefühle lernen, nehmen wir Warnsignale des Körpers frühzeitig wahr und können auf sie reagieren. So ist es möglich, gar nicht erst soweit zu kommen, dass unser Gehirn mit Migräne reagiert.

Wie kann man Achtsamkeit praktizieren?

Um Achtsamkeit zu lernen, musst du keinen Kurs besuchen und auch kein Buch lesen. Du musst auch nicht jeden Tag eine Stunde auf dem Meditationskissen verbringen, um Achtsamkeit zu üben.

»Achtsamkeit beginnt für mich mit den kleinen Dingen im Leben.«

Schau doch mal auf deinen letzten Tag zurück. An wie viele Dinge, die du gemacht hast, kannst du dich wirklich noch erinnern? Meist tun wir Dinge auf Autopilot oder, noch schlimmer: wir tun so viele Dinge gleichzeitig, dass wir gar nicht wahrnehmen, was wir grad tun.

»Achtsam sein heißt im Hier und Jetzt sein!«

Wie ist es zum Beispiel mit dem Duschen? Versuch doch mal, achtsam zu duschen und nicht unter der Dusche schon den kommenden Tag zu planen. Spür das Wasser auf der Haut, nimm die Gerüche von Shampoo oder Seife wahr, spür die Temperatur und die Berührung deiner Hände auf deinem Körper. Sei nur unter der Dusche und nirgendwo anders.

Und so gibt es ganz viele Beispiele, wie du im Alltag Achtsamkeit üben kannst. Achtsam Gehen, achtsam Kochen, achtsam Essen…die Liste ist unendlich lang.

Beginne damit, dir eine Tätigkeit herauszusuchen, die du in der nächsten Woche achtsam machen möchtest. Und wenn das klappt, suche eine weitere aus. Nicht alles auf einmal ändern zu wollen, ist auch Achtsamkeit. Kleine Schritte führen ans Ziel, wenn wir rennen, kommen wir oft nicht an.

Und ein zweiter Tipp für mehr Achtsamkeit im Alltag ist es, einfach mal kurz inne zu halten und wahrzunehmen, wie es dir geht. Atme ein paar mal tief durch und spür dann in dich rein. Wie geht es dir? Wie fühlt sich dein Körper an, wie deine Energie, wie deine Gedanken?


Mit Atemtechnik und Achtsamkeit gegen die Migräne!
Kann man Kopfschmerz und Migräne einfach weg atmen? - Ein Selbstversuch von Birgit Schmitz: "Aber besonders in komplizierten Situation und wenn ich Kopfschmerzen habe, hilft mir das Durchatmen, denn für ein paar Minuten habe ich dann die Kontrolle über zumindest einen Teil meines Körpers zurück."

Das dauert nur 1 Minute, ist aber so kraftvoll und gibt dir die Chance, wieder mit dir selbst in Kontakt zu kommen. Stell dir doch einfach eine Erinnerung in deinem Handy mit dem Text „Halte inne!“. Wenn sie aufploppt, check kurz bei dir ein und dann stell sie auf die nächste volle Stunde. Der Anspruch ist es gar nicht, das jede Stunde zu tun, aber vielleicht klappt es so immer dann, wenn du sowieso auf dein Handy schaust.

Die Migräne achtsam betrachten

Wenn du schon mal bei einem Neurologen warst, hast du bestimmt empfohlen bekommen, ein Kopfschmerztagebuch zu führen. Auch ich empfehle das den Teilnehmern meines Programms. Der erste Impuls ist dann immer, dass sie keine Lust haben, da das am Ende ja sowieso keiner anschaut. Diese Erfahrung haben leider Viele gemacht. Man macht sich die Mühe, schreibt alles auf und am Ende schaut der Arzt grade mal eine Minute drauf und verschreibt eine andere Tablette.

Aber mit Hilfe eines Kopfschmerztagebuches kannst du so viel für dich erreichen. Du betrachtest deine Migräne mit Achtsamkeit, findest heraus, was deine Auslöser sind und kannst so mehr auf dich achten. Auch sagt dir ein Kopfschmerztagebuch frühzeitig, wenn die Migräne aus dem Ruder läuft und du vielleicht sogar in einen Medikamentenübergebrauch schlitterst. Dein Tagebuch ist ein ganz wichtiges Werkzeug auf dem Weg zu einem gesünderen Leben.

Und wenn du keine Lust auf Zettel und Stift hast, kann dich die App M-sense auch wunderbar unterstützen. Du hast in dieser App die Möglichkeit, alles zu dokumentieren, was dir wichtig erscheint und sie unterstützt dich dabei, achtsam mit deiner Migräne umzugehen.


Die M-sense App: Ein digitales Tagebuch gegen Migräne
Das Kopfschmerz- und Migräne-Tagebuch: Therapie durch Selbstbeobachtung: Mit einem digitalen Kopfschmerz- oder Migränetagebuch wie unserer Kopfschmerz- & Migräne-App M-sense kann man viel detaillierter und immer und überall dokumentieren. Das Tracking hilft dabei, das Auftreten der Beschwerden zu interpretieren sowie Regelmäßigkeiten festzustellen. Zusätzlich können zertifizierte Medizin-Apps wie die Migräne-App M-sense deine Eingaben auch direkt analysieren. So kommen oft Zusammenhänge ans Licht, die man bisher nicht erkannt hat, oder vielleicht selbst auch nie sehen würde.


Wenn du magst, schau dir doch jetzt nochmal ganz achtsam deine guten Vorsätze für 2020 an. Hast du sie ausgewählt, weil sie dir wirklich wichtig sind? Werden sie etwas in deinem Leben zum Positiven verändern? Wirst du sie mit Freude angehen oder werden sie dich unter Druck setzen? Und wenn du alle diese Fragen mit „ja“ geantwortet hast, überlege dir, wie du sie angehen möchtest. Was ist der nächste kleinstmögliche Schritt auf dem Weg der Veränderung, den du mit Achtsamkeit gehen kannst?

Wer schreibt hier eigentlich?

Nadine Webering

Mein Name ist Nadine, ich bin 39 Jahre alt und lebe im Ruhrgebiet. Ich bin Fachärztin für Neurologie, Ayurveda-Medizinerin, Yogalehrerin und Trainerin für Stressmanagement. Meine Mission ist es, Menschen mit Migräne auf einem ganzheitlichen Weg zu mehr Gesundheit und weniger Kopfschmerz zu begleiten.

Darum habe ich mein Online-Programm „Freiheit im Kopf“ erschaffen, in dem ich Menschen mit Migräne 4 Wochen lang begleite und mit ihnen gemeinsam die ersten Schritte auf diesem Weg gehe. Dafür nutzen wir sowohl das Wissen der Schulmedizin, als auch die Weisheit des Ayurveda und Yoga. Meine Teilnehmer lernen, wie sie ihr Leben so gestalten, dass die Migräne keinen Raum mehr hat und wie sie wieder mit ihrem Körper in Kontakt kommen und seine Signale verstehen. Auch dabei hilft uns Achtsamkeit unglaublich.

Willst du mehr über das Programm wissen? Dann schau doch einfach auf meiner Programmseite vorbei.

Nadine Webering
Nadine Webering

Nadine ist ein wahres Multitalent. Als Fachärztin für Neurologie, Ayurveda-Medizinerin, Yogalehrerin und Trainerin für Stressmanagement ist es ihre Mission, Menschen mit Migräne auf einem ganzheitlichen Weg zu mehr Gesundheit und weniger Kopfschmerz zu begleiten.

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