Wie funktioniert eine Migräne-App? M-sense einfach erklärt

M-sense Migräne ist die erste Migräne-App auf Rezept. Erfahre, wie und warum sie funktioniert - und wie du sie bekommst.
Miriam Jansen
Miriam Jansen
Miriam bloggt für M-sense. Sie musste wegen chronischer Migräne ihren Beruf als interkulturelle Beraterin & Trainerin aufgeben - und wurde in dieser Zeit zur Migräne-Expertin. Nun macht sie einen beruflichen Wiedereinstieg und gibt ihr Wissen im M-sense-Blog weiter.
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Seit der Einführung des neuen Digitale-Versorgung-Gesetzes (DVG) ist es möglich, medizinisch zertifizierte und ausführlich überprüfte digitale Gesundheitsanwendungen (DiGAs) auf Rezept zu erhalten. Die Kosten für diese DiGAs werden von allen gesetzlichen und vielen privaten Krankenkassen übernommen. Das stellt für viele Betroffene eine große finanzielle Erleichterung und den Zugang zu innovativen und digitalen Behandlungsmöglichkeiten dar. 

Die erste Migräne-App auf Rezept ist die von uns entwickelte DiGA M-sense Migräne. Wir stellen dir hier die wichtigsten Funktionen vor:

  1. Das Kopfschmerztagebuch
  2. Der Kopfschmerzkalender
  3. Die Analyse
  4. Praktische Grundlagen für das Arztgespräch: Die Kopfschmerzklassifikation & der Arztreport
  5. Die Therapie-Methoden

Wie du die App verschrieben bekommst, erfährst du hier.

Die App auf Rezept: die Funktionen der DiGA M-sense Migräne

Brainy – dein digitaler Assistent

Der sympathische digitale Assistent Brainy begleitet dich durch die App. Er tröstet dich, wenn es dir schlecht geht und freut sich mit dir, wenn du es geschafft hast regelmäßige Einträge ins Kopfschmerztagebuch zu machen oder präventive Therapiemethoden wie Entspannungsübungen oder Ausdauersport in deinen Alltag zu integrieren. Er motiviert dich aus den umfangreichen Therapiemethoden die für dich passenden Übungen zu binden und am Ball zu bleiben.

1. Das intelligente Kopfschmerztagebuch: einfach und ausführlich

Das in die App integrierte Kopfschmerztagebuch geht weit über einen “klassischen” Kopfschmerzkalender hinaus. Hier kannst du potentielle Auslöser beobachten und identifizieren, Kopfschmerz-Attacken melden sowie deine Medikamenteneinnahmen dokumentieren.

So kannst du mittels Selbstbeobachtung und der ausführlichen Analyse der App deine individuellen Auslöser und Kopfschmerzmuster erkennen und deinen Lebensstil dementsprechend anpassen. Denn auch wenn Migräne als nicht heilbar gilt, so hat man als Betroffene*r zumindest die Chance die Intensität und Häufigkeit der Attacken positiv zu beeinflussen. 

Bild: M-sense Migräne kostenfrei testen

Potentielle Auslöser für Migräne beobachten und erkennen

Die täglichen Eingaben ins digitale Kopfschmerztagebuch zu möglichen Auslösern dauern maximal zwei Minuten. Dabei kannst du vorab selber entscheiden, welche potentiellen Trigger du beobachten willst. Das heißt: Wenn du nicht rauchst oder dein Kaffeekonsum immer gleichbleibend ist und somit keine Auswirkung auf deine Migräne hat, brauchst du diese Auslöser auch nicht beobachten und kannst diesen Faktor in den Einstellungen ausschalten. Aus folgenden potentiellen Triggern kannst du auswählen:

* Die Wetter-Daten musst du bei M-sense Migräne natürlich nicht extra eingeben. Die Migräne-App holt sie sich selbstständig via GPS (du musst nur die Ortungsdienste eingestellt haben) aus der OpenWeatherMap. Drastische Temperaturschwankungen, hohe Luftfeuchtigkeit und der Abfall oder Anstieg des Luftdrucks können Vorboten oder/und Auslöser von Migräne-Attacken sein.

Eine Migräne- oder Kopfschmerz-Attacke melden

Im Kopfschmerztagebuch kannst du zudem schnell und übersichtlich Beginn und Ende einer Attacke, Schmerzintensität, Schmerzcharakter sowie begleitende Symptome (Aura, Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Lärmempfindlichkeit) eintragen. Sobald auch das Ende der Attacke eingetragen ist, erkennt die App automatisch ob es sich um Migräne, eine Aura oder um Spannungskopfschmerzen handelt.

Medikamente eintragen

Darüber hinaus solltest du im Kopfschmerztagebuch die vor oder während eines Migräne- oder Kopfschmerzanfalls eingenommenen Akut-Medikamente notieren. Die genaue Dokumentation hilft dir, einen Überblick über deinen Medikamentenkonsum zu erhalten, die Wirksamkeit einzelner Medikamente zu beobachten und einem Medikamenten-Übergebrauchs-Kopfschmerz (MÜK) vorzubeugen. 

2. Der Kopfschmerzkalender: praktisch und übersichtlich

Unter dem Reiter „Tagebuch“ kannst du schnell zum übersichtlichen Kopfschmerzkalender wechseln. Hier bekommt man einen guten Überblick über die Anzahl der Kopfschmerztage, Kopfschmerzformen, eingenommene Medikamente, Menstruation sowie über durchgeführte Entspannungsübungen und Ausdauersporteinheiten. 

Zusätzlich gibt es noch einen Monats- und Wochenreport in schriftlicher Form, der unter dem Reiter „Analyse“ zu finden ist. Dort führt dich dein Assistent Brainy durch den Verlauf der letzten Wochen oder Monate, motiviert dich und freut sich mit dir über deine Erfolge.

3. Die Analyse: clever und hilfreich

M-sense Migräne analysiert deine Eingaben zu potentiellen Auslösern sowie Kopfschmerz- und Migräneattacken. Die App hilft dir so, die relevanten Auslöser deiner Migräne-Attacken herauszufinden und erstellt ein individuelles Kopfschmerzmuster mit der Art des Kopfschmerzes, dem Verlauf der Kopfschmerzintensität und dem Attackenbeginn nach Wochentagen und Tageszeit. Man kann also auf einem Blick sehen, ob es spezielle Auffälligkeiten gibt wie z.B. die sogenannte “Wochenend-Migräne”, die meistens am Wochenende auftritt, wenn der Stress nachlässt.

Dabei lernt die App kontinuierlich und verbessert die Qualität der Analyse kontinuierlich, je regelmäßiger und ausführlicher Einträge im Kopfschmerztagebuch getätigt werden. Wir empfehlen daher, das Tagebuch mindestens 60 Tage lang täglich zu führen.
Die Analyse-Ergebnisse sind leicht verständlich und dank des übersichtlichen Wochen- und Monatsreports bekommst du einen hilfreichen Überblick über die Zusammenhänge.

4. Praktische Grundlagen für das Arztgespräch: die Kopfschmerzklassifikation & der Arztreport

Kopfschmerzklassifkation

„Hab ich eigentlich Migräne oder hab ich Spannungskopfschmerzen?“ Darüber musst du dir in Zukunft keine Gedanken mehr machen. Denn die Migräne-App M-sense spuckt dir ganz automatisch die Antwort aus. Wenn du eine Attacke meldest, befragt die App dich kurz zu deinen Symptomen. Dank eines klugen Attacken-Algorithmus, der sich an der internationalen Kopfschmerzklassifikation (ICHD-3)1 orientiert, unterscheidet die App dann zwischen folgenden drei Kopfschmerz-Typen: 

  • Migräne mit Kopfschmerzen
  • Aura ohne Kopfschmerz
  • Kopfschmerzen vom Spannungstyp

Passt keiner dieser Typen, wird die Attacke als “nicht-klassifiziert” eingeordnet. Passiert dies häufiger, macht es Sinn dies beim nächsten Arztbesuch abzuklären. Doch wenn die Symptome unklar sind, können selbst Ärzt*innen Kopfschmerzattacken schlecht einordnen. In den meisten Fällen lassen sich diese drei Kopfschmerzformen jedoch klar identifizieren. Die Ergebnisse werden in der Analyse und im Arztreport festgehalten.

Arztreport

Damit du für den nächsten Arztbesuch vorbereitet bist, erstellt dir die App den Arztreport. Er besteht aus den Eingaben des Kopfschmerztagebuchs mit einer Übersicht der Migräne- und Kopfschmerz-Attacken, der Medikamenteneinnahmen sowie der Wirksamkeit der Medikamente. Du findest den Arztreport unter „Profil“ und kannst ihn entweder ausdrucken oder ganz praktisch direkt als PDF an deine Ärzt*in versenden.

5. Die Therapie-Methoden

Selbstbeobachtung und eine Anpassung des Lebensstils können bereits einen großen Effekt auf die Behandlung von Migräne haben. Aber wir geben dir mit unserer Migräne-App M-sense noch weitere Therapie-Methoden mit an die Hand. Alle diese Methoden werden auch in der klinischen Praxis eingesetzt – mit M-sense Migräne haben wir sie für dich mobil verfügbar gemacht. du kannst sie somit immer und überall ausführen.

Unter dem Reiter “Active” findest du eine praktische Akut-Hilfe, prophylaktische Therapie-Maßnahmen sowie die umfassenden und gut verständlichen Wissens-Lektionen, mit denen du zu deinem eigenen Migräne-Experten wirst.

Akut-Hilfe ohne Medikamente

Die Akut-Hilfe gibt praktische Infos und Tipps zum Umgang mit einem akuten Migräne-Anfall. Wenn du während einer Attacke nicht mehr weiter weißt, erklärt dein Assistent Brainy dir in kurzen, verständlich aufbereiteten Wissenslektionen, was gut für dich sein könnte und begleitet dich durch den Anfall.

Neben den generellen Tipps zum Umgang mit Kopfschmerzen können bei leichten Attacken speziell gegen Migräne und Spannungskopfschmerzen entwickelte Therapie-Maßnahmen wie physiotherapeutische Übungen oder Imaginationen helfen, den Schmerz zu reduzieren. Dadurch kannst du deinen Medikamentenkonsum niedrig halten, dich einfacher an die 10/20-Regel halten und so dem Medikamentenübergebrauchskopfschmerz vorbeugen. 

Mit speziellen Imaginationsübungen kannst du beispielsweise den Schmerz abfließen lassen, ihn wie ein Wissenschaftler beobachten, ihn verkleinern oder einmauern oder dich in Gedanken an einen schönen Ort begeben. Das kann dir helfen, deine Aufmerksamkeit umzulenken und so den Schmerz abzuschwächen. Daher macht es durchaus Sinn, die Übungen regelmäßig durchzuführen und zu üben.

Gezielte physiotherapeutische Dehnungs- und Massageübungen können sich bei Kopfschmerzen vom Spannungstyp positiv auf den Schmerz auswirken, denn sie lockern die Muskulatur und fördern die Durchblutung. Benjamin Schäfer, der leitende Physiotherapeut an der Migräne- & Kopfschmerzklinik Königstein, hat sie für unsere Migräne-App konzipiert. Er hat ein ausführliches Übungsbuch zu Migräne und Kopfschmerzen geschrieben, welches ich unten in den Quellen verlinkt habe.2

Prophylaxe

In diversen Studien3-6 konnte nachgewiesen werden, dass Entspannungsübungen und Ausdauersport wirksame vorbeugende Maßnahmen bei Migräne sind. Das ist natürlich großartig, da es sich um nicht-medikamentöse Therapie-Methoden handelt, die komplett nebenwirkungsfrei sind. 

Mit unserer Migräne-App M-sense kannst du immer und überall auf extra auf Migräne zugeschnittene Entspannungsübungen wie Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung nach Jacobson und Atem-Meditationen zugreifen. 

Und mit dem vom Bewegungs-Experten Benjamin Schäfer entwickelten Sport-Modul kannst du die für dich passende Sportart finden und in deinen Alltag integrieren. Erhalte Wissen zu Ausdauersport, plane deine Trainingseinheiten und lerne, wie du motiviert bleibst

Superpraktisch: Die Übungen werden automatisch ins Kopfschmerztagebuch übernommen. So kannst du beobachten, ob regelmäßiger Ausdauersport und Entspannungsübungen wirklich einen positiven Einfluss auf deine Migräne haben.

Wenn du darüber hinaus vorbeugende Medikamente wie z.B. Betablocker, Antidepressiva oder die monoklonalen Antikörper (die sogenannte “Migräne-Spritze”) in deine Therapie eingebaut hast, kannst du diese unter dem Reiter „Profil“ in der Prophylaxe-Historie eintragen um einen Überblick über bereits genommene Prophylaxe-Medikamente zu erhalten. Diese erscheinen selbstverständlich auch im praktischen Arztreport.

Expertenwissen

Wer kennt es nicht? Man rennt von Arzt zu Arzt aber wirklich schlauer ist man hinterher oft nicht. Ärzte haben heutzutage verständlicherweise kaum Zeit den Betroffenen ihre Krankheiten detailliert zu erklären. Die Migräne-App M-sense kann und will den Arztbesuch nicht ersetzen – aber wir möchten ihn sinnvoll ergänzen und vorbereiten.

Wir finden es wichtig, die eigene Kopfschmerz-Erkrankung zu verstehen und haben daher das Know-how führender Kopfschmerzexperten verständlich in personalisierten und motivierenden Wissens-Lektionen für dich aufbereitet. Wissen hat erwiesenermaßen einen positiven Effekt auf die Intensität und Häufigkeit von Migräneattacken. Diverse Studien haben dies belegt7-9. Kennst du z.B. die Kipppunkttheorie, den Medikamentenübergebrauchskopfschmerz oder die 10/20-Regel? Werde zu deinem eigenen Gesundheits-Experten mit medizinisch fundiertem Fachwissen und bekämpfe so deine Migräne!

Triggermanagement

Durch die oben bereits erwähnte Triggerbeobachtung und -analyse mittels des Kopfschmerztagebuchs sowie durch das personalisierte Wissen und die Anleitung zu Verhaltensänderungen, kannst du dein Triggermanagement deutlich verbessern und so oft auch Migräneattacken reduzieren.

Erinnerungsfunktion der App

Regelmäßig ein Kopfschmerztagebuch führen, Entspannungsübungen oder Ausdauersport zu machen, kann eine große Herausforderung sein. Eine kleine sympathische Erinnerung kann da helfen – das bieten wir in M-sense natürlich auch an.

Die DiGA M-sense Migräne im Überblick:

  • potentielle Auslöser beobachten, erkennen und managen
  • Kopfschmerzattacken melden und die Kopfschmerzart identifizieren
  • Akut-Medikamente und prophylaktische Medikamente notieren
  • einen Arztbericht erstellen, um gut für den nächsten Arztbesuch vorbereitet zu sein
  • Übersicht bekommen mit dem praktischen Kopfschmerzkalender inkl. Wochen- und Monatsbericht
  • Expertenwissen aneignen
  • Therapie mit der praktischen Kopfschmerz-Analyse, Triggermanagement, Akuthilfe sowie den prophylaktischen Maßnahmen
  • praktische Erinnerungsfunktion für tägliche Einträge oder Übungen

Wir hoffen sehr, dass wir dir mit unserer App auf Rezept den Alltag mit Migräne und Kopfschmerzen erleichtern können.

Quellen
  1. Headache Classification Committee of the International Headache Society (IHS) (2018): The International Classification of Headache Disorders, 3rd edition. In: Cephalalgia 38(1), S.1-211.
  2. Schäfer, B. (2018): „Kopfschmerzen und Migräne- das Übungsbuch. Vorbeugen, entspannen, Schmerzen lindern.“ Stuttgart: Trias Verlag.
  3. Darabaneanu S. et al. (2011): Aerobic exercise as a therapy option for migraine: a pilot study. In: International Journal of Sports Medicine;32(6): S.455-60.
  4. Overath C.H. et al. (2014): Does an aerobic endurance programme have an influence on information processing in migraineurs? In: The Journal of Headache and Pain, 14;15(1), S. 11.
  5. Varkey E. et al. (2011): Exercise as migraine prophylaxis: a randomized study using relaxation and topiramate as controls. In: Cephalalgia. 31(14), S. 1428-38.
  6. Kropp, P. et al. (2017): Entspannungsverfahren und verhaltenstherapeutische Interventionen zur Behandlung der Migräne. Leitlinie der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft. In: Schmerz (Berlin, Germany) 31 (5), S. 433–447.
  7. Grande, R. et al. (2011): “Reduction in medication-overuse headache after short information. The Akershus study of chronic headache.” In: European Journal of Neurology, 18(1), S. 129–137.
  8. Kindelan-Calvo, P. et al. (2014): “Effectiveness of Therapeutic Patient Education for Adults with Migraine. A Systematic Review and Meta-Analysis of Randomized Controlled Trials.” In: Pain Medicine, 15(9), S. 1619–1636.
  9. Rothrock, J. et al. (2006): “The Impact of Intensive Patient Education on Clinical Outcome in a Clinic Based Migraine Population.” In: Headache: The Journal of Head and Face Pain, 46(5), S. 726-731.