Meine Erfahrungen mit der Migräne-App M-sense

Unsere Autorin Miriam schildert ihre Erfahrungen mit der neuen Migräne-App M-sense, die es jetzt auch auf Rezept gibt.
Miriam Jansen
Miriam Jansen
Miriam bloggt für M-sense. Sie musste wegen chronischer Migräne ihren Beruf als interkulturelle Beraterin & Trainerin aufgeben - und wurde in dieser Zeit zur Migräne-Expertin. Nun macht sie einen beruflichen Wiedereinstieg und gibt ihr Wissen im M-sense-Blog weiter.
Nachtmodus

Seit dem ich 14 Jahre alt bin, leide ich unter Migräne-Attacken. Als ich 40 wurde ist die Migräne bei mir regelrecht entgleist. Ich endete mit 20 bis 25 Schmerztagen im Monat, häufigen nicht enden wollenden Migräne-Attacken und mehrfachen Krankenhausaufenthalten. Ich wurde erst krank geschrieben und bekam dann Erwerbsminderungsrente. Ich hatte chronische Schmerzen und konnte einfach nicht mehr!

Das ist jetzt 5 Jahre her und seitdem bin ich zwangsläufig zu meiner eigenen Migräne-Expertin geworden. Denn allen Arztbesuchen und Prophylaxe-Medikamenten zum Trotz wurde die Migräne einfach nicht besser. Mir blieb also nicht anderes übrig, als mich selber ausführlich über die Krankheit zu informieren und auch mal ungewöhnliche Dinge auszuprobieren.

Und dabei bin ich auch auf die Migräne-App M-sense gestossen. Und nach einigen Kommentaren und “Brief”wechseln via Facebook hab ich sogar angefangen für das Magazin der App meine Erfahrungen mit der Krankheit aufzuschreiben. Ich bin immer noch sehr dankbar über diese Tätigkeit, denn ich kann arbeiten, wann ich will bzw. wann ich in der Lage dazu bin. Denn wer chronische Migräne hat, weiß dass eigentlich nichts mehr planbar ist. 

Migräne ist nämlich viel mehr als starke Kopfschmerzen. Sie zeichnet sich besonders durch komplexe Begleitsymptome wie Übelkeit, Erbrechen, Sehstörungen, Schwindel und/oder Schwäche aus. 

In den allerseltensten Fällen hilft gegen all diese Symptome eine schnell eingeworfene Kopfschmerz-Tablette. Daher gehört Migräne auch weltweit zu den Erkrankungen, die einen am meisten behindern kann1. Betroffene können daher auch einen Behindertenstatus beantragen.

Doch was hilft bei Migräne? 

Bei der Behandlung von Migräne unterscheidet man zwei Formen der Behandlung:

  1. Die Behandlung des akuten Migräne-Anfalls (mit Akut-Medikamenten und alternativ-medizinisch)
  2. Die prophylaktische Behandlung, um zukünftigen Migräne-Anfällen vorzubeugen (mit Prophylaxe-Medikamenten oder alternativ-medizinisch)

Die Medizin-App M-sense Migräne macht viele dieser nicht-medikamentösen Behandlungsmethoden mobil verfügbar. Dabei handelt es sich um eine zertifizierte digitale Gesundheitsanwendung (DiGA), die im Rahmen der Einführung des neuen Digitalen Versorgung-Gesetzes (DVG) seit 2020 als App auf Rezept erhältlich ist.

Wie funktioniert die Migräne-App M-sense?

Die einzelnen Funktionen der Migräne-App hab ich dir hier in diesem Artikel erklärt. Grob gesagt unterscheidet die App folgende Features:

  1. Das Kopfschmerztagebuch
  2. Der Kopfschmerzkalender
  3. Die Analyse
  4. Praktische Grundlagen für das Arztgespräch: Die Kopfschmerzklassifikation & der Arztreport
  5. Die Therapie-Methoden
Wie bekomme ich die Migräne-App M-sense kostenlos?

Wenn du an Migräne erkrankt bist oder es vermutest, kann dir dein*e Ärzt*in ein Rezept für die App ausstellen oder du reichst einfach einen schriftlichen Nachweis deiner Diagnose (z.B. einen Arztbrief) bei deiner Krankenkasse ein. 

Heutzutage geht das ja sogar ganz einfach, da viele Krankenkassen ein Onlineportal haben: Einloggen – Dokument hochladen – Ausloggen – fertig!

Du bekommst dann einen Zugangscode von deiner Krankenkasse zugesendet, den du nach dem Herunterladen in der App eingibst. 

Die Kosten für die App werden von der Krankenkasse übernommen. Das stellt für viele chronisch Kranke eine finanzielle Erleichterung und einen Zugang zu einer tollen digitalen Behandlungsmöglichkeit dar.

Meine Erfahrungen mit der App M-sense Migräne

Als ich von dem klassischen Kopfschmerzkalender auf Papier auf die App umgestiegen bin, war ich als Allererstes von der Übersicht und vom Platz begeistert. Für mich war auf dem Kalender in Papierform immer zu wenig oder gar kein Platz für all meine Notizen bezüglich der vermuteten Auslöser, der eingenommenen Medikamente oder durchgeführten Therapiemaßnahmen. Denn irgendwie wollte ich auch damals schon immer eine Analyse der Auslöser und eine genaue Beobachtung dessen, was mir im Anfall oder auch prophylaktisch hilft. 

Mit der Migräne-App sind komplizierte Notizen aber gar nicht mehr nötig, da sie wichtige Beobachtungen ganz automatisch abfragt, speichert und sogar auswertet. Großartig! 

Mir hilft das Führen eines digitalen Kopfschmerztagebuchs alleine schon, weil ich durch die täglichen Eintragungen anfange mein Verhalten besser zu beobachten und zu reflektieren. 

Plötzlich diese Übersicht!

Diese Übersicht spiegelt sich dann auch in dem praktischen Arztreport. Wo ich früher nach einiger Zeit nicht mal selber meine eigene Sauklaue in den viel zu engen Zeilen der schriftlichen Kopfschmerzkalender entziffern konnte, ist nun alles fein säuberlich und übersichtlich in einem Dokument zu ersehen. 

Und dass die Migräne-App mir hilft, meine Kopfschmerzen zu klassifizieren und zu identifizieren, finde ich auch absolut hilfreich. Manchmal habe ich das einfach gar nicht mehr hinterfragt und alles war Migräne für mich. Dank der App weiß ich nun, dass ich auch manchmal unter Spannungskopfschmerzen leide. Dabei kenne ich die Symptome in- und auswendig – aber ich habe einfach immer alles als Migräne abgestempelt und nicht mehr viel darüber nachgedacht.

Nicht-medikamentöse Therapiemethoden „to go“

Die Migräne-App M-sense stellt Therapiemethoden für den akuten Anfall und prophylaktisch zur Verfügung. Superpraktisch: Durch die App auf meinem Handy sind die Übungen immer bei mir und ich kann sie quasi überall durchführen.

Besonders überrascht hat mich dabei die Akuthilfe, weil ich dachte, ich würde schon alles im Bereich Therapie kennen. Dort stellt M-sense seinen Usern ein paar praktische Hilfen im Umgang mit dem akuten Schmerz zur Verfügung. Ich wusste immer, dass Schmerzempfinden individuell ist und dass man es beeinflussen kann. Aber wie das wirklich funktioniert, hab ich eigentlich erst durch die Migräne-App gelernt. 

Ganz besonders haben es mir dort die Imaginationsübungen angetan. Mittlerweile bin ich Meisterin im Einmauern und Verkleinern der Schmerzen und bin ganz überrascht was ich für einen Einfluss auf die Schmerzstärke nehmen kann. Rechtzeitig ausgeführt, bin ich mittlerweile in der Lage, den Schmerz damit um Einiges zu reduzieren. Es klappt natürlich nicht immer – aber immer häufiger. Man kann das wirklich lernen, sollte es dafür aber auch regelmäßig üben und nicht zu schnell aufgeben!

Darüber hinaus stellt M-sense weitere prophylaktische Therapiemethoden seinen Nutzern zur Verfügung. Dazu zählen umfangreiches Expertenwissen, Entspannungsmethoden und ein Sportteil. Da ich dank des Wissensteils nun weiß, dass regelmäßige Entspannungsübungen und Ausdauersport so einen extremen Effekt auf meine Migräne und Spannungskopfschmerzen haben können2, bin ich viel motivierter, sie auch mindestens dreimal die Woche durchzuführen. Dass der niedliche Assistent Brainy sich mit mir freut, wenn ich es geschafft habe, hilft irgendwie auch. Ich finde, der ist besonders gut gelungen.

Generell hab ich durch den ausführlichen Wissensteil der Migräne-App sehr viel über meine Erkrankung gelernt. Weißt du bereits alles über den Migränezyklus, also die Phasen zwischen einem Migräne-Anfall und dem nächsten und warum manchmal ein Auslöser eine Migräne triggert und manchmal nicht? Oder hast du schon mal von der Kipppunkttheorie gehört? Die Theorie, die erklärt, wann und warum ein Migränehirn in einen Migräneanfall kippt? Wissen ist nachgewiesenermaßen eine gute Migräne-Prophylaxe und ich kann jedem empfehlen sich den Wissensteil ruhig auch mehrfach durchzulesen.

Auch im M-sense-Magazin gibt es nützliches Wissen und diverse Erfahrungsberichte von Migräne-Betroffenen. Denn zu lesen, dass es anderen oft genauso wie einem selber geht und zu sehen, wie andere mit Migräne umgehen, kann durchaus helfen. Man fühlt sich dann oft nicht ganz so allein…

Welche Migräne-App ist die Beste?

Seit einiger Zeit stoßen immer mehr Migräne-Apps auf den Markt, die den Betroffenen helfen wollen, besser mit ihrer Erkrankung umzugehen. Die Auswahl ist zwar noch relativ übersichtlich – dennoch stellt sich für viele Betroffene die Frage, welche für sie die richtige App ist.

Letztendlich kann das nur jeder für sich entscheiden. Denn genauso wie jeder unterschiedliche Migräne- und Kopfschmerzattacken und Begleitsymptome hat und wie bei jedem diverse Medikamente unterschiedlich wirken, haben wir auch individuelle Vorlieben bezüglich einer Migräne-App.

Einige brauchen es vielleicht besonders detailliert während anderen eine übersichtliche und zeitsparende Nutzung am wichtigsten ist. Daher finde ich, dass die Frage nur jeder für sich selbst beantworten kann. Am besten du probierst einfach ein paar Apps aus und entscheidest dann.

Bild: M-sense Migräne kostenfrei testen

Migräne-Apps im Vergleich

Ich habe einige der Apps getestet und finde dass sie sich oberflächlich gesehen gar nicht so groß unterscheiden. Aber wohl von dem Handling, der Nutzeroberfläche und der Angebote. 

Mittlerweile gibt es einige Vergleiche online. Ich für mich, finde tatsächlich die Migräne-App von M-sense am besten. Das mag nun auch Gewohnheit sein, da ich sie schon lange verwende. Aber mir ist Übersichtlichkeit und eine entspannte Optik wichtig und hier hab ich einfach alles schnell auf einen Blick. 

Mich haben folgende Kriterien für die Nutzung von M-sense überzeugt:

  • Diagnose, Analyse und Therapie in einem
  • benutzerfreundliche Bedienung & Übersichtlichkeit
  • ansprechendes Design
  • der sympathische Assistent Brainy, der einen durch das Programm führt
  • die Möglichkeit potentielle Auslöser zu beobachten, erkennen und zu managen
  • Kopfschmerzattacken melden können und die automatische Erkennung der Kopfschmerzart 
  • die Bereitstellung von Therapiemaßnahmen wie die praktische Akuthilfe sowie erste nicht-medikamentöse Prophylaxen
  • Medikamenteneinnahmen notieren können
  • der Arztbericht, um optimal für den nächsten Arztbesuch vorbereitet zu sein
  • Zugang zu ausführlichen Expertenwissen
  • praktische Erinnerungsfunktionen
  • erfüllt höchste Anforderungen an Datenschutz und Datensicherheit
  • es gibt sie als erste Migräne-App auf Rezept

Ich habe keine andere Migräne-App gefunden, die auch Therapiemaßnahmen integriert. Diese und den praktischen Arztreport nutze ich wirklich regelmäßig und fühle mich tatsächlich weniger alleine wenn der digitale Assistent Brainy mir während eines Anfalls zur Seite steht oder mich lobt und motiviert Sport und Entspannung in meinen Alltag zu integrieren. Ich finde sie extrem einfach zu bedienen und freue mich immer wieder über die Übersichtlichkeit.

Das sagen andere Nutzer über M-sense

„Die App ist toll! M-sense erinnert einen täglich daran, ein paar wenige Angaben zum Tag zu machen. Flott analysiert die App, was potenzielle Auslöser für die eigene Migräne sein können, was eher weniger in Frage kommt. Hier steckt ein Team hinter, die Menschen mit chronischem Kopfweh helfen wollen, das merkt Mensch schon nach wenigen Tagen des Nutzen von M-sense!“ – Mark

„Ich kann sagen, dass ich mit meiner Migräne ausgewogener lebe, seit ich M-sense nutze. Sie ist nicht mehr so unberechenbar und allein das fühlt sich schon gut an. Vor der Nutzung der App war ich bei 5-6 Migräne-Attacken pro Monat – und durch sensibleren Umgang mit mir, Dank der Infos in der App und der App-Auswertung, konnte ich diese reduzieren. Dafür lohnt sich der Zeitaufwand von 3 Minuten pro Tag aber so was von. DANKE!“ – Eva

„Sehr hilfreich und informativ. Seit ich meinen Ausdauersport regelmäßig mache, habe ich tatsächlich wesentlich weniger Migräne. So brauche ich im Moment keine prophylaktischen Medikamente zu nehmen und benötige seltener Schmerzmittel. Wenn es so bleibt, kann ich mit der Krankheit Migräne gut leben. Und dabei unterstützt die App prima. Vielen Dank!“ – Kiki

Mir geht es übrigens seit einiger Zeit immer besser. Die Migräne-Attacken werden weniger und vor allen Dingen hat die Schmerzintensität nachgelassen. 

Was mir neben dem konsequenten Führen eines Kopfschmerztagebuchs, täglichen Entspannungsübungen und Ausdauersport alles so geholfen hat, kannst du in meinen Artikeln im M-sense-Magazin nachlesen. In diesem Artikel über Tipps und Tricks im Umgang mit Migräne hab ich bereits einige wichtige Aspekte zusammengefasst.

Wichtig ist: es gibt keinen Allerheilweg und jeder muss seinen eigenen Weg finden. Ich kenne viele Betroffene, die auch alles Mögliche ausprobiert haben und leider keine Besserung verspüren.

Dennoch möchte ich dich ermutigen, nichts unversucht zu lassen und vor allen Dingen positiv zu bleiben. Ich bin das beste Beispiel dafür, dass Migräne sich zumindest bessern kann.

Quellen

1 Steiner, T.J. et al. (2013): „Migraine. The seventh disabler.“ In: The Journal of Headache and Pain; 14(1): S. 1. 

2 Darabaneanu S. et al. (2011): „Aerobic exercise as a therapy option for migraine: a pilot study.“ In: International Journal of Sports Medicine; 32 (6): S.455-60.

Overath C.H. et al. (2014): „Does an aerobic endurance programme have an influence on information processing in migraineurs?“ In: The Journal of Headache and Pain; 14/15 (1): S. 11.

Kropp P. et al. (2016): „Entspannungsverfahren und verhaltenstherapeutische Interventionen zur Behandlung der Migräne.“ In: Leitlinie der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft. Nervenheilkunde; 32: S. 502-15.